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DxO hat mit PureRAW 6 erneut an der technischen Vorverarbeitung von RAW-Bildern geschraubt – die Neuauflage bringt vor allem bessere Rauschbehandlung für weit verbreitete Sensoren, deutlich kleinere DNG-Dateien und automatische Korrekturen bei Sensorstaub. Für Fotografen, die hohe ISO-Werte oder große Archive managen, können diese Änderungen unmittelbare Auswirkungen auf Arbeitsgeschwindigkeit und Speicherbedarf haben.
- DeepPRIME XD3 unterstützt jetzt auch Bayer-Sensoren und vereint Demosaicing und Rauschminderung in einem Schritt.
- Neue DNG‑Komprimierung reduziert erzeugte Dateien deutlich, ohne die RAW-Charakteristik zu verlieren.
- Eine KI-gestützte Sensorflecken-Erkennung kann ganze Bildserien automatisiert säubern.
- Stapel‑Parallelisierung sorgt für weniger Wartezeit bei der Massenverarbeitung.
- Preislich liegt PureRAW 6 als unbefristete Lizenz bei rund €129,99; Upgrades von Vorversionen sind günstiger.
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DxO PureRAW 6: schnell bessere RAW-Bilder ohne komplizierte Nachbearbeitung
Was PureRAW vor der Entwicklungssoftware erledigt
PureRAW ist kein kompletter RAW-Konverter mit Schiebereglern für Look und Tonung – es ist ein vorgelagerter Schritt im Workflow. Die Software greift direkt auf Sensordaten zu und erzeugt daraus technisch optimierte DNG-Dateien, die sich anschließend in Lightroom, Capture One oder anderen Entwicklern weiterbearbeiten lassen.
Im Kern kümmert sich PureRAW um drei technische Aufgaben: Rauschreduzierung, Demosaicing und präzise Objektivkorrekturen. Letztere basieren auf einer aufwendigen Messdatenbank, die Verzeichnung, Vignettierung und chromatische Aberrationen für viele Kamera‑Objektiv‑Kombinationen spezifisch korrigiert.
DeepPRIME XD3: Was die Erweiterung zu Bayer‑Sensoren bedeutet
Bisher war die XD3-Variante von DeepPRIME auf bestimmte Sensorbauformen beschränkt; mit Version 6 ist das neuronale Netz nun auch für die klassische Bayer‑Bildstruktur optimiert. Praktisch heißt das: Anwender von Canon, Sony, Nikon und vergleichbaren Kameras profitieren nun von der gleichen kombinierten Demaskierung‑und‑Rauschminderung, die zuvor nur für andere Sensortypen verfügbar war.
Im Alltag zeigt sich der Mehrwert vor allem bei hohen ISO‑Werten oder in Situationen mit wenig Licht: Sehr feine Texturen bleiben besser erhalten, und die Algorithmen glätten weniger aggressiv, ohne sichtbare Artefakte zu erzeugen. Der Unterschied zu XD2 ist nicht dramatisch, aber in kritischen Detailbereichen spürbar.
DNG‑Komprimierung: weniger Speicher, gleiche Reserven
Neu ist eine High‑Fidelity-Komprimierung für die erzeugten DNGs. DxO gibt an, dass die Dateien vielfach kleiner ausfallen können, ohne Dynamikumfang oder Bearbeitungsreserven einzuschränken – ein klarer Vorteil für Archivierung und Backup.
| Kameraauflösung | PureRAW 5 (unkomprimiert) | PureRAW 6 (komprimiert) |
|---|---|---|
| ~21 Megapixel | ~71 MB | ~25 MB |
| ~45 Megapixel | ~148 MB | ~124 MB |
Diese Werte variieren je nach Motiv und Sensorauslastung, zeigen aber, dass die Komprimierung in vielen praktischen Fällen beträchtliche Einsparungen bringen kann. Für Profis mit großen Bildbeständen lässt sich daraus schneller ein geringerer Speicherbedarf und damit weniger Kosten ableiten.
Automatische Entfernung von Sensorflecken
Eine weitere nützliche Ergänzung ist die automatische Erkennung und Korrektur von Sensorstaub. Die Funktion analysiert Serienbilder und entfernt wiederkehrende Flecken, wobei einstellbare Schwellenwerte Kontrolle über die Korrekturtiefe erlauben.
Für Fotografen mit Objektivwechseln oder älteren Kameras kann das ein echter Zeitgewinn sein. In Labor‑ und Feldtests ist die Wirksamkeit allerdings stark vom Einzelfall abhängig: Bei sehr kontrastreichen Motiven oder feiner Bildstruktur kann die Erkennung gelegentlich zwischen Staub und Inhalt verwechseln.
Schnellere Stapelverarbeitung durch Parallelisierung
Bei großen Jobs bereitet PureRAW 6 das jeweils nächste Bild vor, während noch ein anderes verarbeitet wird. Das reduziert Leerlaufzeiten und beschleunigt die Gesamtdurchlaufzeit – ein Vorteil, wenn nach Reisen oder Shootings Hunderte von RAWs automatisiert vorbereitet werden sollen.
Die Effizienzsteigerung hängt von der Hardware‑Konfiguration ab; moderne Mehrkern‑CPUs und schnelle Massenspeicher nutzen die Parallelisierung am besten aus.
Preis, Einordnung und Empfehlung
DxO bietet PureRAW 6 als dauerhafte Lizenz an; der Listenpreis liegt bei etwa €129,99, Upgrades sind günstiger. Wichtiger als der Preis ist die Frage, ob die neue Version in Ihrem Workflow eine messbare Verbesserung liefert.
Unser Fazit: Die Änderungen sind überwiegend inkrementell, aber praxisrelevant. Die Unterstützung von Bayer‑Sensoren für XD3 und die DNG‑Komprimierung sind für Fotografen mit hohem ISO‑Aufkommen oder großen Archiven die sichtbarsten Verbesserungen. Die Sensorflecken‑Automatik und die schnellere Stapelverarbeitung sind nützliche Ergänzungen, die im Tagesgeschäft Zeit sparen können.
Wer mit viel Rauschen, hohen ISO‑Einstellungen oder massiven Dateimengen arbeitet, sollte PureRAW 6 gezielt mit typischen eigenen RAWs testen. Dort zeigt sich am deutlichsten, ob die neueste Vorverarbeitung die Ausgangsdaten so verbessert, dass sich die Investition lohnt.












