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Mit der neuen Sony FX5 bringt Sony erstmals 16-Bit‑RAW und ein 5K‑Open‑Gate‑Recording in ein kompaktes FX‑Gehäuse – ein Schritt, der Arbeitsabläufe und Bildqualität bei Prosumer‑Produktionen deutlich verändern kann. Unsere ersten Praxisaufnahmen zeigen, wie sich Sensor, Codecs und Handling in realen Drehs anfühlen und welche Konsequenzen das für Schnitt und Farbkorrektur hat.
Erster Praxiseindruck
Beim Herausziehen aus der Tasche erinnert die FX5 sofort an die FX3: ähnliche Größe und eine vertraute Ergonomie, obwohl Sony die Rückseite mit einem leicht veränderten Button‑ und Monitorlayout bestückt hat. Für unsere Tests haben wir vollständig handheld im neuen 16‑Bit‑X‑OCN‑Modus gefilmt.
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Als Objektiv diente das Sony 24–70 mm F2.8 GM II, aufgenommen wurde konsequent bei offener Blende. Schnitt und Grading liefen auf einem MacBook Pro M1 Max mit Apple Studio Display XDR, ein Setup, das die hohen Datenraten der neuen Formate direkt spürbar macht.
Sensor und interne RAW‑Aufzeichnung
Das Herzstück ist ein neuer, fully stacked 16,6 MP Exmor RS CMOS. Er erlaubt erstmals in diesem kompakten Segment 5K Open‑Gate‑Aufnahmen mit 4992 × 3328 Pixeln – intern, ohne externe Recorder.
Aktuell liefert die Kamera 5K in 16‑Bit‑X‑OCN mit bis zu 50/60p. Sony hat bereits ein Firmware‑Update angekündigt, das höhere Bildraten bringen soll: dann wären 120p in 5K X‑OCN und bis zu 240p in einer leicht oversampelten 4K‑Auflösung (3872 × 2176) möglich. Wichtig: Auch bei diesen Modi bleibt der Autofokus aktiv.
Neue X‑OCN‑Varianten und Bandbreiten
Neben dem bekannten X‑OCN LT führt Sony zwei neue Stufen ein: X‑OCN C1 und C2. Alle Varianten sind 16‑Bit‑Formate, unterscheiden sich aber deutlich bei der Datenrate – ein Faktor, der Speicherbedarf und Schnittworkflow maßgeblich beeinflusst.
| Format | Typische Bandbreite (4K Cine, 24p) |
|---|---|
| X‑OCN XT (Venice/Burano) | ~965 Mbps |
| X‑OCN ST (Venice/Burano) | ~661 Mbps |
| X‑OCN LT (FX5) | ~389 Mbps |
| X‑OCN C1 (neu) | ~289 Mbps |
| X‑OCN C2 (neu) | ~232 Mbps |
| 4K XAVC‑I (Class 400) | ~384 Mbps |
Was das für Anwender bedeutet
- Hohe Farbtiefe: 16‑Bit‑RAW erlaubt feinere Abstufungen beim Graden und mehr Reserven in Schatten und Spitzlichtern.
- Flexiblere Leistungsverteilung: C1/C2 bieten 16‑Bit‑Qualität bei deutlich geringeren Datenraten als XT/ST – sinnvoll für lange Takes oder begrenzten Speicherplatz.
- Oversampling‑Optionen: 5K Open‑Gate eröffnet bessere Downsampling‑Strategien für sauberes 4K‑Output.
- Höhere Systemanforderungen: Wer X‑OCN in voller Qualität nutzt, braucht leistungsfähige Rechner und schnellen Speicher.
Workflow‑Hinweise und Kompatibilität
Wir konnten das 16‑Bit‑X‑OCN‑LT bereits in einer Vorabversion von DaVinci Resolve importieren und bearbeiten; die Verarbeitung erfordert jedoch deutliche Rechenleistung. Nutzer sollten vor großen Projekten testen, ob ihre Schnittstation Hardware‑beschleunigung und ausreichend I/O‑Durchsatz bieten.
Für viele Anwender könnten die neuen C‑Profile eine praktikable Balance zwischen Dateigröße und Bildqualität darstellen – insbesondere wenn lange Aufnahmedauern oder begrenzte Speicherressourcen auftreten.
Handhabung und Zielgruppe
Die FX5 positioniert sich als logische Ergänzung zur FX3: kompakt, aber mit erweiterten Pro‑Funktionen. Wer bereits mit der FX3 arbeitet und nach internem 16‑Bit‑RAW, 5K‑Open‑Gate oder höherer Frame‑Rate-Auswahl sucht, findet in der FX5 ein attraktives Upgrade.
Optional lässt sich ein klappbarer OLED‑EVF mit hoher Auflösung anbringen, was die Kamera für Run‑and‑Gun‑Drehs wie auch arbeiten mit Schulter‑Rig praxistauglich macht.
Fazit – für wen lohnt sich die FX5?
Die Sony FX5 bringt Kino‑nahes RAW in ein handliches Gehäuse und erweitert damit die Möglichkeiten für Einzelkameras und kleinere Crews. Die echte Entscheidung hängt vom Einsatzfall ab: Wer maximale Bildtiefe und Oversampling‑Optionen will und die nötige Post‑Infrastruktur hat, profitiert deutlich. Für reine Dokumentar‑ oder News‑Einsätze mit begrenztem Nachbearbeitungsaufwand können die neuen C‑Profile einen vernünftigen Kompromiss bieten.
In den kommenden Wochen werden wir weitere Tests mit höheren Bildraten und ausführliche Benchmarks zu Schnitt‑ und Speicherlast nachreichen, sobald die angekündigten Firmware‑Features verfügbar sind.












