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Ein neuer Farbnegativfilm mischt die analoge Szene auf: Beim Testlauf durch Düsseldorfs Straßen hat ein kürzlich eingeführter 200er-Film interessante Ergebnisse geliefert – und zeigt, warum analoges Arbeiten heute wieder relevant für Fotografen ist, die Wert auf Atmosphäre statt reiner Schärfe legen. Der Test mit Mittelformat- und Kleinbildkameras offenbart technische Eigenheiten und konkrete Einstellungen, die Nutzer kennen sollten.
Die Runde und die Technik
Bei einem Abendspaziergang durch die Innenstadt fotografierten drei Teilnehmer gemeinsam: Mit dabei waren eine Mamiya 645 im Mittelformat-Back und eine klassische Fujica ST901 im 35-mm-Format. Ziel war kein formales Shooting, sondern die spontane Straßenfotografie — also Aufnahmen unter wechselnden Lichtbedingungen und aus der Hand.
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Wichtig für die Testsituation war das bewusste Entschleunigen: Mehrfach hielten die Fotografen an, sahen sich Szenen länger an und nutzten für exakte Belichtungen einen externen Belichtungsmesser. Parallel wurde mit einer Smartphone-App jede Aufnahme als Referenz dokumentiert, sodass sich Belichtungsdaten mit Bildbelegen vergleichen ließen.
Ergebnisse im Praxistest
Der Film lieferte einen leicht entsättigten, dezenten Vintage-Eindruck. In einigen Motiven erschienen die Tiefen etwas dunkel, in anderen fielen Bilder geringfügig heller aus – abhängig von der Kamera‑ und Messermethode. Kleinbildaufnahmen zeigten spürbarere Körnung als die Mittelformat-Scans, was letztlich dem größeren Negativformat geschuldet ist.
Aus der Praxis lassen sich klare Handlungsempfehlungen ableiten: Wer die Schattenpartien anheben möchte, sollte den Film mit moderater Überbelichtung filmen (etwa +2/3 EV oder ISO 125 statt ISO 200). Für Randsituationen mit Kunstlicht und hohem Dynamikumfang erwies sich der Film dennoch als verlässlich.
Warum das jetzt zählt
Analoge Arbeitsweise lebt nicht nur von Nostalgie: Für viele Fotografen ist sie ein Werkzeug zur Bildfindung, das den Blick verlangsamt und Entscheidungen bewusster macht. In einer Zeit, in der digitale Ergebnisse sofort verfügbar sind, bietet der Einsatz dieses Films eine Alternative, die sowohl ästhetische als auch gestalterische Folgen für Bilder hat.
Technische Zusammenfassung
| Eigenschaft | Beobachtung / Tipp |
|---|---|
| Empfohlene ISO | Original ISO 200; empfehlenswert: ISO 125 bzw. +2/3 EV für hellere Tiefen |
| Farben | Leicht entsättigt, Vintage-Charakter |
| Körnung | Deutlicher bei 35-mm; im Mittelformat feiner |
| Bestes Einsatzgebiet | Straßen- und Stadtfotografie, Reisen, urbane Szenen |
| Alternativen | Für Natur- und Porträtaufnahmen weiterhin bewährte Optionen wie Kodak Portra empfohlen |
Praxis-Tipps aus dem Test
- Belichtung am besten mit externem Messgerät kontrollieren und gegebenenfalls leicht überbelichten.
- Aufnahmen mit Mittelformat sind grain‑ärmer — ideal, wenn feine Details gewünscht sind.
- Metadaten und Belichtungswerte direkt mit einer Smartphone‑App dokumentieren, um spätere Vergleiche zu ermöglichen.
- Für Innenaufnahmen unter Kunstlicht genügte der Film bei moderater Belichtungszeit; ein Polarisationsfilter kann bei starkem Sonnenlicht helfen.
Im Gegensatz zur digitalen Arbeitsweise zwingt die analoge Vorgehensweise zu bedachten Entscheidungen: Das verändert nicht nur die Arbeitsweise, sondern oft auch das Bildresultat. Beide Tester fanden den Film gut geeignet für die Straße — und berichteten, dass die Entschleunigung selbst Teil des Gewinns ist.
Stimmen aus dem Feld
Ein Testteilnehmer bemerkte, dass seine Kleinbildaufnahmen tendenziell etwas heller wurden, während Mittelformat-Scans teilweise dunklere Schatten zeigten. Beide Betrachter schätzten die zurückhaltende Farbgebung und das sichtbare Korn als charakteristische Merkmale, nicht als Mangel.
Ein Wunsch wurde mehrfach geäußert: Eine Variante mit niedrigerer ISO‑Empfindlichkeit (ISO 100 oder 50) würde die Einsatzmöglichkeiten erweitern, vor allem bei starkem Licht oder wenn sehr feines Korn erwünscht ist.
Fazit: Der Film bietet eine ansprechende Option für Fotografen, die einem Bildlook mit dezenter Entsättigung und analoger Körnigkeit den Vorzug geben. Wer experimentierfreudig ist und die langsamere Arbeitsweise schätzt, findet hier eine lohnende Alternative zum schnellen digitalen Workflow.
Autoren: Testaufnahmen und Beobachtungen stammen aus einer gemeinsamen Straßenrunde in Düsseldorf mit einer Mamiya 645 und einer Fujica ST901; Aussagen beruhen auf den Scans und Messdaten der Tests.












