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Tierporträts mit Farbeffekten liegen im Trend – und sie lassen sich auch ohne aufwendiges Studio spektakulär umsetzen. Die Berliner Fotografin Pia Bethkenhagen kombiniert gezielt Farbpulver mit kurzzeitiger Blitztechnik, um Sprünge von Hunden scharf und detailreich einzufrieren; das Ergebnis reizt nicht nur Ästheten, sondern hat praktische Vorteile für professionelle Tierfotografen.
Ausrüstung und Technik auf einen Blick
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Für Pias Konzept sind präzise Lichtsteuerung und ein strukturierter Ablauf entscheidend. Sie setzt auf eine Mischung aus Studioausrüstung und Outdoor-Setups, um Bewegungen und Partikel gleichzeitig abzubilden.

- Blitztechnik: HS-Freeze-Studioblitze mit Aktivierung des speziellen Freeze-Modus für sehr kurze Blitzdauer.
- Fotoausrüstung: Vollformatkamera (Canon 5D Mark III) mit 135‑mm-Objektiv; typische Einstellungen: Blende f/8, Verschlusszeit etwa 1/200 s.
- Beleuchtung & Stative: Profi-Lampenstativ (bis ~285 cm), Schirm-Softbox; Funkfernauslöser ermöglicht Reihenschaltung der Blitze.
- Hintergrund: Schwarzer Stoff auf einer Querstange zur Fokussierung auf das Tier.
- Farbmaterial: Lebensmittelfarbiges Pulver auf Maisstärke-Basis als ungiftige, leicht verfügbare Alternative.
Wie das Setup funktioniert
Sie baut das Set so auf, dass der Hund ausreichend Platz zum Springen hat – aus Sicherheitsgründen bevorzugt sie deshalb häufig eine Außenlocation. Ein Helfer positioniert das Tier und bringt das Pulver in die gewünschte Stelle im Fell, bevor der nächste Sprung ausgelöst wird.

Wichtig ist ein klarer Ablauf: kurze Pausen zwischen den Durchläufen, saubere Platzierung des Farbpulvers und schonende Handhabung, damit weder Augen noch Nasen des Hundes belastet werden. Durch die Kombination aus sehr kurzer Blitzdauer und synchronisierter Auslösung lassen sich sowohl Bewegungsphasen als auch einzelne Pulverpartikel gestochen scharf erfassen.
Praktische Tipps aus dem Shooting
Aus Pias Erfahrung ergibt sich eine einfache Routine, die Zeit und Material spart, ohne Kompromisse bei der Bildwirkung:
- Trockenübung mit Mehl einbauen, um Timing und Sprungverhalten zu testen.
- Für möglichst spektakuläre Pulverwolken zwei Hindernisse verwenden: Landung und unmittelbarer Folgeabsprung erhöhen die Partikelbewegung.
- Bei begrenztem Budget eigenes Pulver aus Maismehl und Lebensmittelfarbe mischen; so lässt sich die Farbnuance gezielt anpassen.
- Vor dem ersten großflächigen Auftrag einen kleinen Hauttest machen, um Unverträglichkeiten auszuschließen.
Warum die Freeze-Technik hier den Unterschied macht
Normale Studioblitze fixieren meist die Szene, sperren aber Bewegungsdetails nicht immer sauber weg. Die kurze Lichtimpulsdauer im Freeze-Modus hingegen reduziert Bewegungsunschärfe und betont Strukturen – ideal, um fliegende Pulverpartikel und die Dynamik eines Sprungs gleichzeitig zu zeigen.
Für Fotografen bedeutet das: höhere Ausbeute an nutzbaren Aufnahmen, weniger Auswahlstress in der Nachbearbeitung und schärfere Ergebnisse selbst bei hohen Aktionsfrequenzen.
Sicherheits- und Tierschutzhinweise
Farbpulver auf Maisstärke-Basis gilt generell als unbedenklich, dennoch sollte Vorsicht oberste Priorität haben. Auf ausreichend Abstand bei Augen und Maul achten, die Menge dosiert einsetzen und Pausen erlauben, damit das Tier nicht überfordert wird.
Wer professionelle Ergebnisse anstrebt, plant Helfer für Handling und Sicherheitsaufgaben ein und bevorzugt Locations mit guter Belüftung oder freiem Gelände.
Fazit: Die Kombination aus gezielter Blitzsteuerung und einfachen Farbpulvern eröffnet Tierfotografen neue gestalterische Möglichkeiten — vorausgesetzt, Technik, Ablauf und Tierwohl werden sorgfältig aufeinander abgestimmt.











