Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
Im Frühjahr 2021 gelang dem Fotografen Olaf Schieche ein ungewöhnliches Bildexperiment: er kombinierte die Technik des Lightpaintings mit Aufnahmen eines gerade ausgebrochenen Vulkans auf der Halbinsel Reykjanes. Die Bilder sind mehr als reine Ästhetik – sie zeigen, wie sich fotografische Technik und extreme Naturereignisse gegenseitig beeinflussen und welche praktischen Herausforderungen damit verbunden sind.
Warum Reykjanes Aufmerksamkeit erregte
Ende März 2021 setzte in der Region um das Bergmassiv Fagradalsfjall vulkanische Aktivität ein, die weite Teile der Fachwelt aufhorchen ließ. Das betroffene Krýsuvík‑System spuckte Lava an die Oberfläche – das erste sichtbare Ereignis dieser Art in der Gegend seit sehr langer Zeit. Für Dokumentarfotografen eröffnete sich ein seltenes Zeitfenster, das sowohl wissenschaftliches Interesse als auch fotografische Experimente ermöglichte.
Altes Smartphone ersetzt teure Kameras: Einfache Anleitung für kostenlose Heimüberwachung
Sigma 50-120 mm f/2,8 für APS-C überraschend leicht: 390 g

Für Reisende und Fotografen bedeutete das: kurze Anfahrtswege, aber auch erhöhte Risiken. In vielen Bereichen war es möglich, relativ nah an die glühenden Ströme heranzukommen – vorausgesetzt, Sicherheitsregeln wurden strikt beachtet.
Spontaner Einsatz unter strengen Auflagen
Schieche reiste am 8. April gemeinsam mit dem Vulkanfotografen Adrian Rohnfelder nach Island. Wegen der damals geltenden Einreisebestimmungen war das Vorhaben nicht ohne Hürden: mehrere PCR‑Tests und eine Quarantäneperiode standen zuvor. Die Fotografen hatten nur ein schmales Zeitfenster bis Mitte April, um vor Ort die gewünschte Aufnahme zu realisieren.
Der Weg zur Aufnahmestelle führte größtenteils zu Fuß über unebenes, teils scharfkantiges Gelände. Atemschutz gegen giftige Dämpfe und der gebotene Sicherheitsabstand bestimmten das Vorgehen vor Ort – operative Einschränkungen, die das kreative Arbeiten deutlich erschweren können.
Ausrüstung und Umweltbedingungen
Auf der windumtosten Halbinsel trifft maritime Witterung auf Hitze, die von frischer Lava ausgeht. Solche Kombinationen verlangen robuste Ausrüstung und flexible Einstellungen.

Schieche setzte auf ein stabiles Carbonstativ, das auf unebenem Boden präzise Positionierungen erlaubte. Bei starken Böen half ein Zusatzgewicht an der Mittelspindel, die Standfestigkeit zu erhöhen. Gleichzeitig musste das Material hohe Temperaturen und abrasive Partikel aushalten.
Wie das Bild entstand
Das Ziel war klar: ein Lightpainting in unmittelbarer Nähe zur Vulkanlandschaft, das die Farben und Strukturen der Lava mit künstlicher Lichtführung verbindet. Besonders schwierig war die Lichtbalance: die glühende Lava erzeugt extrem helle Bereiche, während der Nachthimmel und die Landschaft dunkel bleiben.
Die Lösung lag in der Kombination technischer Mittel. Mit einer gezielten Langzeitbelichtung, der Live‑Composite‑Funktion der Kamera und einem Rechteck‑GND‑Filter konnten die Fotografen die Helligkeitsunterschiede ausgleichen, ohne Details in den Lichtern zu verlieren. So entstand ein Bild, in dem Lichtmalerei und vulkanische Dynamik verschmelzen.
| Kamera | Brennweite | ISO | Blende | Belichtung / Modus |
|---|---|---|---|---|
| Olympus E‑M1 Mark III | 14 mm | 200 | f/6.3 | Langzeit, Live Composite (~1/3.2 s) |
| Olympus E‑M1 Mark III | 24 mm | 200 | f/7.1 | Langzeit, Live Composite (~1/1.3 s) |
Praktische Erkenntnisse für Fotografen
- Planung ist entscheidend: kurze Zeitfenster und wechselnde Bedingungen erfordern Flexibilität.
- Sicherheit zuerst: Abstand, Atemschutz und Kenntnisse über Gas‑ und Hitzeentwicklung sind unerlässlich.
- Technik muss an die Umgebung angepasst werden: Stativstabilität, Filter und Belichtungsmodi helfen, Kontraste zu kontrollieren.
- Kreative Methoden wie Lightpainting lassen sich auch bei extremen Naturereignissen einsetzen – mit präziser Vorbereitung.
Die Aufnahmen von Olaf Schieche zeigen, wie fotografischer Einfallsreichtum und technische Präzision in einem gefährlichen Umfeld zusammenwirken können. Sie dokumentieren nicht nur ein Naturereignis, sondern liefern zugleich praktische Hinweise für den Umgang mit Extremsituationen in der Landschaftsfotografie.
Iphone 18 Pro Max: Lohnt das Upgrade gegenüber Osmo Pocket 4P und Iphone 17 Pro Max?
Sony 400mm und 600mm Supertele jetzt günstiger: Profiqualität für WildlifeSony RX10 V im Überblick: was die neue Superzoom wirklich kannSony Alpha 7R VI jetzt kaufen: mit Sigma-Zubehör Geld sparenSony A7R VI im Test: bleibt sie die beste Allroundkamera?Sony FE 100-400mm Telezoom: Profileistung für Wildlife und SportSony Alpha 7R VI kommt: 66 MP, Stacked-Sensor und 30 Bilder/sSigma 35mm f/1.4 II im Check: bringt das Update echten Mehrwert












