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Ein kompaktes Objektiv, das die Milchstraße detailreich einfängt und gleichzeitig nicht jedes Gepäckstück sprengt – das war die Erwartung vor dem Praxistest in Chamonix. Die Astrofotografin Anja Kallenbach nahm das 24‑Millimeter‑Objektiv mit in die Alpen und prüfte, ob sich Gewicht, Bildqualität und Bedienkomfort für echte Bergnächte bewähren.
Ersttests unter schwierigem Himmel
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Bereits vor der Abreise wurden Nächte auf dem heimischen Balkon genutzt, um Schwächen eines neuen Objektivs zu entdecken: Sterne zeigen schnell, ob ein Glas **Dezentrierungen**, starke **Chromatische Aberration** oder mangelnde Schärfe in den Ecken hat. Kallenbach hat deshalb schon häufiger teure Linsen nach dem ersten Test wieder zurückgeschickt.

Das getestete Modell, das Viltrox AF 24mm f/1.8, überraschte sie positiv: Bereits **offenblendig** lieferte es brauchbare Ergebnisse, mit vergleichsweise geringer Vignettierung und moderatem Farbsäumen. Entscheidend war außerdem das geringe Gewicht – ein Faktor, wenn Ausrüstung zusammen mit Zelt und Schlafsack den Berg hinaufgetragen werden muss.
Praktischer Einsatz in Chamonix
Der geplante Einsatzort war anspruchsvoll: steiles Gelände, wechselhafte Wetterprognosen und ein weites, hängendes Milchstraßenbogen über dem Gletscher. Trotz Wolken und Kälte setzte Kallenbach auf das 24‑Millimeter‑Objektiv, um panoramaartige Aufnahmen umzusetzen, die das gewaltige Landschaftsformat besser einfangen als Einzelbilder mit sehr kurzem Brennweite.
| Motiv | Kamera | Blende | ISO | Belichtung |
|---|---|---|---|---|
| Sternenhimmel (Einzelbild) | Sony Alpha 7III | f/2.2 | 4000 | 10 s |
| Vordergrund (aufgehellt) | Sony Alpha 7III | f/2.2 | 4000 | 30 s |
Warum Panorama statt Ultraweitwinkel?
Die gewählte Aussicht – mit abziehendem Gletscher und der Nordwand der Grandes Jorasses im Hintergrund – war für eine einzelne Aufnahme zu umfangreich. Selbst ein 14‑Millimeter-Objektiv hätte den kompletten Bogen nicht adäquat erfasst.

Die Lösung waren Panoramaaufnahmen: Kallenbach setzte auf eine Serie aus mehreren Reihen und insgesamt über hundert Einzelbilder, um eine 360‑Grad‑Perspektive zu erstellen. Das verlangt präzise Planung: Überlappungen müssen stimmen, der Nodalpunkt des Objektivs soll eingehalten werden, und wechselnde Wolken können den gesamten Ablauf durcheinanderbringen — in der Praxis kam es während der Nacht mehrfach zu Neustarts, weil Wolken über das Motiv zogen.
- Nutzen Sie einen Panoramakopf, um Parallaxenfehler zu minimieren.
- Planen Sie Reihen und Überlappungen vorab; im Dunkeln ist schnelle Orientierung hilfreich.
- Belichten Sie Himmel und Vordergrund separat, um Details in beiden Bereichen zu erhalten.
- Rechnen Sie mit Wartezeiten und möglichen Wiederholungen bei wechselndem Wetter.
Beurteilung und Bedeutung für Fotografen
Für Kallenbach zeigte sich: Ein kompakter **24‑Millimeter** mit offen nutzbarer Blende bietet für viele Astrofotografen ein attraktives Verhältnis aus Preis, Gewicht und Leistung. Wer viel in Gebirgsregionen unterwegs ist, gewinnt durch geringeres Paketgewicht auf langen Anstiegen.
Das Ergebnis hat praktische Relevanz: Gute Nachtaufnahmen müssen nicht zwingend teure High‑End‑Objektive voraussetzen. Stattdessen können durchdachte Ausrüstungsauswahl und sorgfältige Aufnahmeplanung vergleichbare, oft sogar beeindruckendere Resultate liefern.
Im konkreten Fall begleitet das getestete Objektiv die Fotografin künftig auf weitere Expeditionen — nicht als Allheilmittel, aber als verlässliches Werkzeug für reisefreundliche Astro‑ und Panoramaaufnahmen.












