Leica SL3-P setzt auf 45 MP und 8K: Sucher ohne roten AF-Indikator

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Leica erweitert seine SL-Reihe und richtet sich mit dem neuen Modell an Foto- und Videoprofis, die hohe Auflösung und umfangreiche Videofunktionen zugleich brauchen. Die SL3‑P kombiniert einen hochauflösenden Vollformatsensor mit erweitertem Autofokus und einem starken Fokus auf 8K‑Aufnahme — ein Modell, das eine Lücke im SL-Portfolio schließt.

Sensor, Bildstabilisator und Serienbildtempo

Im Zentrum steht ein neu eingesetzter BSI‑CMOS‑Vollformatsensor mit einer effektiven Auflösung von rund 44,9 Megapixeln. Leica verzichtet auf einen Tiefpassfilter, was die Detailwiedergabe verbessern soll. Technisch steht der Chip in enger Verwandtschaft zur Sensorplattform, die bereits in anderen L‑Mount‑Kameras Verwendung findet.

Der Hersteller nennt bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang; der native ISO‑Bereich reicht von 50 bis 200.000, wobei zwei native ISO‑Stufen integriert sind. Für besonders hochauflösende Aufnahmen gibt es einen Multishot‑Modus, der mehrere Aufnahmen zu Dateien mit bis zu 176,7 Megapixeln verrechnet.

Der integrierte 5‑Achsen‑Bildstabilisator soll im Betrieb bis zu fünf Blendenstufen kompensieren. Bei Serienaufnahmen erreicht die Kamera bis zu 40 Bilder pro Sekunde mit elektronischem Verschluss; in 14‑Bit werden bis zu 25 Bilder pro Sekunde unterstützt, der Pufferspeicher fasst etwa 70 RAW‑Bilder.

Autofokus

Leica setzt auf ein Hybridsystem: Phasendetektion, Kontrastmessung und eine Tiefenkarte arbeiten zusammen. Mit 819 Phasenmessfeldern bietet die SL3‑P ein dichteres Messfeld als einige Vorgänger. Die Motiverkennung kann Augen, Gesichter und Körper von Menschen, Tiere sowie Fahrzeuge priorisieren — wichtig für Portrait‑ und Wildlife‑Einsätze.

Videofunktionen: 8K, ProRes und RAW‑Ausgabe

Die SL3‑P zielt klar auf Videoanwender: Intern sind 8K‑Aufnahmen bis 30p möglich, zusätzlich gibt es ein 8K Open‑Gate‑Format im Seitenverhältnis 3:2 (bis 24p) über die gesamte Sensorfläche. Für feinere Bewegungswiedergabe stehen 6K bis 60p und 4K mit 120p für Zeitlupen zur Verfügung.

Internes Recording unterstützt ProRes 422 HQ bis C6K (5760 × 3040), extern liefert die Kamera per HDMI 8K‑RAW. Leica ergänzt den Log‑Workflow um interne LUTs namens Leica Pure und Leica Cine.

Wichtig für Profis: Die Bewegungs- und Motiverkennung ist in manchen hohen Auflösungs‑ und Bildraten eingeschränkt — etwa auf 30 fps in 8K‑Modi — und fällt in einigen schnellen 6K/4K‑Setups sowie bei aktiver HDMI‑, WLAN‑ oder USB‑Verbindung teilweise aus. Bei 8K/30p gibt Leica eine praktisch erreichbare Aufnahmezeit von etwa 20 Minuten bei 25 °C an.

  • Sensor: BSI‑CMOS Vollformat, 44,9 MP
  • Stabilisierung: 5‑Achsen, bis zu ca. 5 EV
  • Autofokus: 819 Phasenmessfelder, Hybrid‑AF
  • Video: 8K30, 8K Open Gate 24p, 6K60, 4K120; ProRes intern, 8K RAW per HDMI
  • Serienbild: Bis 40 fps (elektronisch), 14‑Bit bis 25 fps
  • Speicher: CFexpress Typ B und SD

Gehäuse, Ergonomie und Anschlüsse

Das Gehäuse besteht aus einer Magnesium‑Aluminium‑Konstruktion und wird in Deutschland gefertigt. Leichtgewicht ist die SL3‑P mit 768 Gramm (ohne Akku) nicht, doch das Vollmetallgehäuse bietet laut Leica Schutz nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser.

Auf der Bedienseite fällt die klare Trennung zwischen Foto‑ und Videomodus auf — Leica nutzt eine farbliche Kennzeichnung, um die Modi zu unterscheiden. Für Monitoring gibt es einen neigbaren 3,2‑Zoll‑Touchscreen, ein 1,28‑Zoll‑Topdisplay und einen Sucher mit 5,76 Millionen Bildpunkten.

Anschlüsse: HDMI 2.1, USB‑C (3.1 Gen 2), Timecode‑Buchse sowie Mikrofon‑ und Kopfhöreranschlüsse. Die Kamera kann Fotos auf Wunsch mit Content Credentials signieren und unterstützt natives Tethering mit Lightroom Classic und Capture One sowie Camera‑to‑Cloud‑Workflows über Adobe frame.io. Fernsteuerung gelingt über die Leica FOTOS App.

Neue Objektive

Zum Start präsentiert Leica zwei neue L‑Mount‑Gläser:

  • Summilux‑SL 50 mm f/1.4 ASPH. — laut Leica eines der kompaktesten Autofokus‑Objektive dieser Brennweite und Lichtstärke. Konstruktiv mit 11 Linsen in 6 Gruppen, zwei asphärischen Flächen und einer 11‑lamelligen Blende. Maße und Gewicht: rund 75,5 mm Länge, 74 mm Durchmesser, 584 g; Naheinstellgrenze ca. 0,5 m.
  • APO‑Macro‑Elmarit‑SL 100 mm f/2.8 — Neuinterpretation eines R‑Klassikers von 1987. Erreicht 1:1 Makro bei etwa 0,29 m, ist rund 137 mm lang und wiegt 801 g (862 g mit Gegenlichtblende). Im Nahbereich reduziert sich die effektive Lichtstärke um etwa zwei Blendenstufen bei 1:1.

Beide Objektive verfügen über Metallgehäuse, eine Aqua‑Dura‑Vergütung, E67‑Filtergewinde und sind gegen Spritzwasser sowie Staub geschützt.

Positionierung und Preise

Mit seiner Auflösung ordnet sich die SL3‑P zwischen der 60‑MP‑SL3 und der 24‑MP‑SL3‑S ein und füllt damit eine Produktlücke im SL‑System. Leica nennt einen Listenpreis von 5.990 Euro für die Kamera — damit liegt sie unter der SL3, aber über der SL3‑S.

Zum Marktstart plant Leica mehrere Kits; die UVP‑Spanne liegt zwischen etwa 6.990 und 9.790 Euro. Die beiden neuen Objektive werden mit etwa 4.500 Euro (50 mm) bzw. 2.450 Euro (100 mm) beziffert und sollen Ende 2026 verfügbar sein.

Für Foto‑ und Video‑Profis bedeutet das: Mehr Wahlfreiheit innerhalb des L‑Mount‑Ökosystems — insbesondere für Anwender, die eine hohe Auflösung mit ernsthaften 8K‑Funktionen kombinieren wollen. Einschränkungen in der Motiverkennung bei hohen Datenraten und die limitierte 8K‑Aufnahmezeit sind jedoch Praxisfaktoren, die Käufer beachten sollten.

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