Laowa 180 mm Makro für Fujifilm X angekündigt: mehr Reichweite für Nahaufnahmen

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Venus Optics hat das Tele‑Makro Laowa 180mm f/4.5 1.5X Ultra Macro APO jetzt auch für die Bajonette Fujifilm X und Nikon F angekündigt. Für Nutzer des X‑Systems ist die Neuheit besonders relevant: Es handelt sich laut Hersteller um das erste Laowa‑Objektiv mit Autofokus für dieses System — zugleich bringt die AF‑Funktion Einschränkungen mit, die für Makrofotografen wichtig sind.

Neue Varianten, zwei unterschiedliche Ansätze

Das 180‑Millimeter‑Tele war bereits für mehrere andere Anschlüsse erhältlich, darunter Sony E, Nikon Z, Canon EF, Canon RF und L‑Mount. Die jetzt vorgestellten Versionen unterscheiden sich technisch: Die Fujifilm‑Ausführung bietet laut Venus Optics eine Autofokus‑Implementierung mit begrenztem Einsatzbereich, während die Nikon‑F‑Variante ausschließlich manuell fokussiert wird.

Verschiedene Objektivanschlüsse nebeneinander ohne Logos
Das 180-mm-Tele war bereits für mehrere Bajonette erhältlich.

Für Nutzer bedeutet das: Wer eine X‑Kamera besitzt, bekommt erstmals Autofokus‑Support von Laowa, muss aber mit Einschränkungen im Nahbereich rechnen. Nikon‑Fotografen erhalten das Objektiv als reine manuelle Optik — gewohnt für viele Makro‑Anwendungen.

Wesentliche Daten auf einen Blick

  • Brennweite: 180 mm (Vollformat-Basis)
  • Maximale Vergrößerung: 1,5:1
  • Naheinstellgrenze: 30 cm
  • Arbeitsabstand: ca. 14,8 cm (Frontlinse bis Motiv)
  • Optikaufbau: 12 Elemente in 9 Gruppen, APO-Design
  • Blenden aus 9 Lamellen; Blendenbereich: f/4,5–f/22 (AF‑Varianten), bis f/32 (manuelle).
  • Filtergewinde: 62 mm
  • Gewicht Fujifilm‑Version: 526,2 g; Maße: Ø 67,6 mm × 134,7 mm
  • Verfügbarkeit & Preis: seit 10. September 2026, UVP 579 Euro

Autofokus — praktisch, aber mit Vorbehalt

Die Autofokus‑Lösung der X‑Variante deckt nicht den kompletten Entfernungsbereich ab. Venus Optics nennt einen vollständigen AF‑Betrieb ab etwa 1,5 Metern bis unendlich. Unterhalb dieser Distanz gibt es eine AF‑Unterstützung, die unter anderem das Focus‑Stacking erleichtern soll, aber keinen durchgehenden, präzisen AF‑Betrieb für klassische Nahaufnahmen verspricht.

Nahaufnahme eines Focus‑Stacking-Setups mit Kamera und Schärfenebenen
AF-Assist kann Focus‑Stacking erleichtern, ersetzt aber nicht präzisen manuellen Fokus.

Wer Makroaufnahmen mit höchsten Vergrößerungen plant, bleibt daher meist beim manuellen Fokus — das gilt unabhängig vom Anschluss, bestätigt aber auch die Strategie hinter der Nikon‑F‑Version.

Optik und Einsatzbereich

Die Konstruktion mit APO-Elementen zielt darauf ab, Farbsäume zu minimieren und feine Details sauber abzubilden. Der maximale Abbildungsmaßstab von 1,5:1 erlaubt deutlich stärkere Vergrößerungen als viele Standard‑Makroobjektive, zugleich bleibt der Arbeitsabstand mit knapp 15 cm noch handhabbar.

Auf einem Fujifilm‑Kamera mit APS‑C‑Sensor entspricht der Sichtwinkel in etwa einer 270‑mm‑Optik an Vollformat — ein Faktor, den Porträt‑ und Reportagefotografen beachten sollten. Das 180‑mm‑Tele richtet sich damit nicht nur an klassische Makrofotografen, sondern auch an Fotografen, die engen Bildausschnitt bei mittlerer Telebrennweite suchen.

Innerhalb der Baureihe variieren Größe und Gewicht: Die Fujifilm‑Variante fällt mit rund 526 Gramm und 134,7 mm Gesamtlänge etwas größer aus als die Canon‑EF‑Ausführung, die kompakter konstruiert ist.

Für wen ist das Objektiv interessant?

Die Kombination aus Telebrennweite und hoher Vergrößerung macht das Objektiv attraktiv für Anwender, die Details aus größerer Entfernung freistellen wollen — zum Beispiel bestimmte Insektenaufnahmen, Detailporträts oder Produktfotografie mit engen Bildausschnitten. Professionelle Makro‑Arbeiten, die auf durchgehenden Autofokus im Nahbereich angewiesen sind, profitieren dagegen weniger von der X‑Version und werden weiterhin größtenteils manuell arbeiten.

Praktisch wichtig: Die AF‑Assist‑Funktion kann das Stacken erleichtern, ersetzt aber nicht das präzise manuelle Fokussieren bei Extremvergrößerungen.

Insgesamt erweitert Venus Optics damit das Portfolio in zwei Richtungen: erstens durch die Integration einer AF‑Option ins Fujifilm‑System, zweitens durch die konsequente Fortführung manueller Spitzenoptik für traditionelle Makroanwender.

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