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Leica hat das M-System modernisiert: Die neue M EV1 kombiniert die Bildtechnik der M11 mit einem fest eingebauten elektronischen Sucher und richtet sich damit an Fotografen, die den Charakter einer M-Kamera wollen, aber mit dem klassischen Messsucher nicht warm werden. Das hat Folgen für Bedienung, Einstiegshürde und die Rolle der M-Serie im aktuellen Kameramarkt.
Technik und neue Schwerpunkte
Im Kern basiert die M EV1 auf dem gleichen Vollformat-BSI-CMOS-Sensor wie die M11 und bietet die bekannte Triple-Resolution-Funktion mit wählbaren Auflösungen. Angetrieben wird die Kamera vom bewährten Maestro-III-Controller – technisch also wenig Überraschendes, aber sinnvoll zusammengeführt.
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Das wichtigste Detail: Die M EV1 besitzt einen integrierten, hochauflösenden elektronischen Sucher. Damit entfällt die traditionelle Messsucher-Mechanik; stattdessen sehen Fotografen Fokus, Belichtung und Bildvorschau direkt im Sucher. Zusätzlich hat Leica typische Bedienhilfen aus dem SL-System übernommen, zum Beispiel **Focus Peaking** und einen digitalen Fokus-Zoom. Neu ist auch die Unterstützung von **Content Credentials**, die eine digitale Signatur an Bildern anbringen kann und so Herkunft und spätere Änderungen nachvollziehbar macht.
Praxis: Wie sich die Kamera anfühlt
Bei einem Test auf Malta fiel sofort das kompakte, robuste Gehäuse auf — Magnesium-/Aluminium-Ausführung, präzise verarbeitet. Die M EV1 liegt gut in der Hand, wirkt hochwertig und bleibt trotz Metallgehäuse relativ leicht. In der Praxis verlangt das System nach bewussterer Bildgestaltung: man nimmt sich Zeit, achtet auf Bildaufbau und Fokus.
Die Kamera bietet maximal etwa 4,5 Bilder pro Sekunde, was für Street-, Architektur- und Porträtfotografie ausreichend ist, für Sport- oder Wildlife-Einsätze aber zu langsam. Videoaufnahmen sind bewusst nicht vorgesehen — Leica positioniert die M EV1 als reine Fotokamera.
- elektronischer Sucher: Echtzeit-Kontrolle von Bild und Belichtung
- Focus Peaking und Fokus-Zoom: Erleichterung beim manuellen Scharfstellen
- Content Credentials: Digitale Herkunftssicherung für Fotos
- 64 GB interner Speicher plus SDXC (UHS-II): praktische Absicherung gegen vergessene Karten
Für wen lohnt sich die M EV1?
Die M EV1 ist ein gezieltes Angebot an Fotografen, die die Bildästhetik und den Umgang einer Leica-M suchen, aber nicht mit dem traditionellen Messsucher arbeiten möchten. Der elektronische Sucher senkt die Einstiegshürde deutlich.
Gleichzeitig bleibt die Kamera konsequent auf manuelles Arbeiten ausgerichtet: Es gibt keinen Autofokus, keine Videofunktionen und keinen In-Body-Stabilisator. Das macht die M EV1 zur Nischenkamera — ideal für bewusst fotografierende Nutzer, weniger geeignet als Allrounder für schnelle, actionreiche Situationen.
Stärken und Schwächen
- Stärken:
- Gutes Zusammenspiel aus klassischem M-Look und modernen Sucherhilfen
- Hochauflösender Sensor mit flexiblen Auflösungsstufen
- Content Credentials erhöhen die Vertrauenswürdigkeit von Aufnahmen
- Schwächen:
- Hoher Preis im Vergleich zu vielen spiegellosen Wettbewerbern
- Kein Autofokus: reines manuelles Fokussieren
- Keine Videofunktionen und keine Bildstabilisierung
Technische Eckdaten (Auswahl)
| Sensor | Vollformat CMOS, 60,3 MP (Triple-Resolution: 60 / 36 / 18 MP) |
| ISO | 64–50.000 (erweiterbar) |
| Verschluss | Mechanisch bis 1/4.000 s, elektronisch bis 1/16.000 s |
| Serienbildgeschwindigkeit | Max. ca. 4,5 B/s |
| Sucher | Elektronischer OLED-Sucher (hohe Auflösung) |
| Display | 2,95″ LCD, Touch-Funktionen, hohe Pixeldichte |
| Speicher | 1× SD (UHS-II) + 64 GB interner Speicher |
| Video | Kein Video-Modus |
| Gewicht | Rund 495 g (Body) |
| Preis | Rund 7.950 Euro (Marktpreis variiert) |
Fazit: Mit der M EV1 öffnet Leica das klassische M-Portfolio für Fotografen, die auf ein elektronisches Sucherbild nicht verzichten möchten. Sie verbindet traditionelle, manuelle Fotografie mit aktuellen Assistenzfunktionen und einer Technologie zur Bildauthentifizierung — ein klares Statement zur Rolle von M-Kameras im digitalen Zeitalter, aber auch ein Produkt, das seine Käuferkreis durch bewusste technische Einschränkungen selbst abgrenzt.












