Leica-Auktion in Wetzlar: Seltene Sammlerstücke treiben Preise in die Höhe

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Sammler und Filmhistoriker sollten sich den 13. Juni vormerken: In der Leica Welt in Wetzlar werden seltene Foto- und Kinogeräte angeboten, darunter ausgesprochen seltene Leica-Modelle und ein originaler Lumière-Apparat. Die Auktion verbindet greifbare Provenienz mit einem wachsenden Online-Publikum – ein Moment, der die Preise und das Interesse an technisch-historischen Sammlerstücken nach oben treiben könnte.

Die 48. Ausgabe der Leitz Photographica Auction findet am 13. Juni 2026 statt; parallel läuft vom 13. Mai bis 14. Juni die zusätzliche Online-Versteigerung Leitz ON, die ein breites Spektrum von Kameras, Objektiven und Fotografien vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart versammelt. Für Käuferinnen und Käufer bedeutet das: mehr Auswahl und mehr Konkurrenz durch Bieterinnen und Bieter außerhalb des Auktionssaals.

Was besonders hervorsticht

Die Losliste enthält mehrere Objekte mit starker historischer Bedeutung und ausgesprochen knapper Verfügbarkeit. Einige Stücke werden von Sammlern wegen ihrer Seltenheit geschätzt, andere wegen ihrer bekannten Vorbesitzer oder wegen ihrer Rolle in der Technikgeschichte.

  • Leica MP-33 (Schwarzlack) – Eine seltene Ausgabe der MP-Serie, von der weltweit nur wenige Hundert gefertigt wurden; das hier angebotene Exemplar trägt eine dokumentierte Auslieferung aus dem Jahr 1957 und wird zusammen mit einem passenden Leicavit-Schnellaufzug in Schwarzlack sowie einem Summicron 2/5 cm-Objektiv angeboten.
  • Leica MP Nr. 368 (verchromt) – Ein frühes, verchromtes MP-Modell mit belegter Verbindung zum römischen Fotojournalisten Tazio Secchiaroli. Seine Aufnahmen der Via Veneto prägten die Nachkriegsfotografie in Italien und lieferten Inspiration für Federico Fellinis Darstellung des „Paparazzo“.
  • Lumière Cinématographe Nr. 207 – Ein Gerät aus den Anfängen der Filmkunst, das Aufnahme, Kopie und Projektion in einem handlichen Mechanismus vereinte. Solche Apparate stehen für die technische Basis der ersten öffentlichen Filmvorführungen Ende des 19. Jahrhunderts.
  • Leitz New York Gun RIFLE – Ein ungewöhnliches Stativ-/Stabilisierungssystem, entwickelt, um Verwacklungen bei Teleaufnahmen zu minimieren; vermutlich nur ein Dutzend Exemplare wurden gebaut. Auffällig ist der spezielle Sucher mit der Kennzeichnung „Patent Pending“.

Die online gelisteten Leitz ON-Lose decken Preisbereiche von hohen dreistelligen bis zu niedrigen fünfstelligen Eurobeträgen ab. Die Präsenz hochpreisiger Raritäten ist hingegen konzentriert in der Saalauktion am 13. Juni – dort werden Bieterinnen und Bieter mit internationaler Konkurrenz rechnen müssen.

Ablauf und Teilnahmemöglichkeiten

Die Hauptauktion beginnt am 13. Juni um 11:00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit in der Leica Welt in Wetzlar. Vorabgebote sind schriftlich, telefonisch oder online möglich. Wer live mitbieten will, kann dies über die Website des Auktionshauses oder über den internationalen Dienst LiveAuctioneers tun.

Die Kombination aus Saal- und Online-Formaten macht die Veranstaltung für ein breites Publikum zugänglich: Museen, Investoren und private Sammler können zugleich recherchieren, vergleichen und bieten – ohne physisch anwesend sein zu müssen.

Warum das relevant ist

Solche Auktionen zeigen, wie sich das Sammlerinteresse für technische Kulturgüter entwickelt: Provenienz, Erhaltungszustand und historische Bedeutung treiben die Nachfrage. Für Käufer heißt das, sorgfältige Prüfung und Dokumentation sind entscheidend; für Verkäufer können gut belegte Historien den Wert deutlich erhöhen.

Gleichzeitig spiegelt die Aufteilung in Saal- und Online-Auktionen einen Markttrend wider: Mehr Volumen wird digital abgewickelt, während die spektakulärsten Einzelstücke weiterhin Präsenzauktionen dominieren. Das beeinflusst Angebotsstrategien von Auktionshäusern und das Verhalten internationaler Sammler.

Im Herbst plant das Auktionshaus weitere Termine: Am 9. Oktober steht in der Leica Galerie Wien die Fotografie-Auktion „Perspectives“ an; die 49. Leitz Photographica Auction ist für den 28. November wieder in Wetzlar terminiert.

Wer sich für Teilnahme, Kataloge oder Provenienznachweise interessiert, sollte frühzeitig die Online-Kataloge prüfen und gegebenenfalls Expertisen einholen – seltene Foto- und Kinogeräte sind heute sowohl kulturell begehrt als auch finanziell relevant.

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