Festplatten-Recycling: Zwei ICY BOX-Dockingstationen gegen den Speicherengpass

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Die Nachfrage nach Speicher wächst weiter — nicht zuletzt durch KI‑Projekte — und treibt Preise in die Höhe. Wer nicht neu kaufen möchte, kann alte HDDs und SSDs wiederverwenden: Ich habe zwei Docking‑/Klonlösungen von ICY BOX mit meinen 40‑Megapixel‑Urlaubsfotos und Videomaterial getestet, um zu sehen, wie praktikabel gebrauchter Speicher im Alltag ist.

Welche Geräte standen auf dem Prüfstand?

Im Test waren zwei unterschiedliche Stationen: eine schlanke Docking‑Lösung für einzelne M.2‑Module und eine kombinierte Docking‑/Klonstation für 2,5‑ und 3,5‑Zoll‑Laufwerke. Ergänzt wurde das Paket von Kartenleser‑ und Ladegeräten — praktisch, aber nicht Teil des Kerntests.

Als Prüfmaterial nutzte ich eine aus einem alten Dell XPS entnommene 512‑GB‑NVMe (Samsung PM951), mehrere verbrauchte HDDs inklusive einer sehr großen 22‑TB‑Platte sowie RAW‑Fotos von einer Fujifilm X‑T50 und einige Videoprojekte. Ziel war zu prüfen, ob sich die Datenträger unmittelbar als externe Arbeitslaufwerke oder zur Datensicherung einsetzen lassen.

M.2‑SSD: unterwegs arbeiten mit einer Dockingstation

Die M.2‑Dock nimmt verschiedene Modulgrößen auf (2230 bis 22110) und verbindet sich per USB‑C. In der Praxis funktionierte die Einrichtung ohne zusätzliche Treiber auf macOS, Windows und Linux — die SSD wurde sofort erkannt und ließ sich formatieren.

Im Blackmagic‑Benchmark erzielte die 512‑GB‑NVMe rund 1.007 MB/s lesend und etwa 670 MB/s schreibend. Das liegt deutlich unter modernen NVMe‑Interneinheiten, ist aber für viele Foto‑ und Videobearbeitungsaufgaben ausreichend. Zum Vergleich: eine kompakte Extreme Portable SSD lag bei etwa 1.450 MB/s, interne Hersteller‑SSDs erreichen mehrere GB/s.

In der Praxis ließ sich RAW‑Material in Lightroom Classic flüssig bearbeiten; auch der Schnitt in DaVinci Resolve war mit mäßig großen Projekten möglich. Ein wichtiger Hinweis: die nackte SSD wird sehr warm — die offene Bauweise der Dock hilft zwar bei der Kühlung, dennoch sollte man beim Umgang Vorsicht walten lassen.

Klonstation: Offline‑Backups ohne PC

Die zweite Station ist ein echtes Arbeitstier für Desktop‑Festplatten: Sie akzeptiert 2,5‑ und 3,5‑Zoll‑Laufwerke, liefert über SATA bis zu 6 Gbit/s und lässt sich per USB 3.0 an den Rechner anschließen. Außerdem bietet die Einheit einen integrierten Kartenleser und einen Front‑USB‑Port.

Die eigentliche Stärke ist das sektorbasierte Offline‑Klonen: Quelle oben, Ziel unten, kurzer Knopfdruck — und die Station kopiert bit‑für‑bit, inklusive Metadaten. Eine Prozentanzeige auf der Oberseite zeigt den Fortschritt an.

Allerdings hat das Verfahren einen Hacken: die Zielfestplatte wird vor dem Kopieren formatiert und anschließend exakt auf die Kapazität der Quelle reduziert. In meinem Test führte das dazu, dass eine 22‑TB‑Platte nach einem Klonvorgang mit einer 512‑GB‑Quelle als 500‑GB‑Volume auftauchte. macOS eigene Tools reichten nicht, um den Restplatz wiederherzustellen; ich musste auf Linux zurückgreifen, um eine zweite Partition anzulegen. Das macht die Klonfunktion vor allem für komplette, identische Backups sinnvoll — nicht für die flexible Nutzung großer Laufwerke nach dem Klonen.

  • Kompatibilität: IB‑Dock für M.2 NVMe (verschiedene Längen), Klonstation für 2,5″/3,5″ SATA.
  • Performance: Dock über USB‑C/10 Gbit/s nutzbar, getestete NVMe ~1.000 MB/s lesend.
  • Klonen: sektorweise, gründlich — aber Ziel wird auf Quellgröße formatiert.
  • Sicherheit: offene Bauweise → starke Erwärmung der Laufwerke, Schutzhüllen empfohlen.

Wie praktikabel sind die Lösungen im Alltag?

Wer regelmäßig Laufwerke wechselt oder viele alte Disketten, SSDs und HDDs hortet, findet hier schnelle, preiswerte Werkzeuge. Die M.2‑Dock ist ideal für mobile Anwender: kein externes Netzteil nötig, Plug‑and‑Play, kompakte Bauform. Der kurze Anschluss‑ oder Mitnahmefaktor spricht klar für den Einsatz am Notebook.

Die Klonstation ist eher ein fixer Platz am Home‑Desk: sie eignet sich als Ablageplatz für mehrere Datenträger, bietet Hot‑Swap‑Funktionalität und einen Standby‑Schalter, um unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden. Für Fotografen oder Videografen, die abends regelmäßig vollständige Backups erstellen möchten, ist die Offline‑Klonfunktion ein echtes Plus — vorausgesetzt Quell‑ und Zielgrößen passen zueinander.

Beide Lösungen haben Grenzen: für eine dauerhafte Nutzung als externe Festplatte ist ein geschlossenes Gehäuse komfortabler und sicherer. Wer dagegen nur gelegentlich alten Speicher „recyceln“ will, erhält mit den getesteten Stationen eine flexible und kostengünstige Option.

Fazit

ICY BOX liefert mit beiden Geräten einfache, funktionale Werkzeuge, um aus Alt‑Speicher wieder nutzbare externe Laufwerke zu machen oder automatische, sektorbasierte Backups ohne PC durchzuführen. Die M.2‑Dock ist eine praktische Option für mobiles Arbeiten mit älteren NVMe‑Modulen; die Klonstation bietet eine robuste Offline‑Backup‑Funktion, verlangt aber bei gemischten Kapazitäten nach zusätzlichem Aufwand.

Kurz gesagt: Für Nutzer mit vielen alten Laufwerken oder für Medienprofis, die unkomplizierte, gründliche Backups wollen, sind die Lösungen empfehlenswert. Wer nur eine einzelne SSD langfristig betreiben möchte, ist mit einem geschlossenen Gehäuse besser beraten.

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