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Sony hat sein bewährtes Standard-Zoom für Vollformatkameras überarbeitet – das Ergebnis ist ein leichtes Kit‑Objektiv, das speziell auf neuere Kameragenerationen zugeschnitten ist. Warum das jetzt relevant ist: Die neue Version erlaubt deutlich schnellere Serienaufnahmen und bringt damit eine echte Alltagsevolution für Foto‑ und Videoanwender.
Was neu ist und für wen das wichtig ist
Das FE 28–70 mm f/3,5–5,6 OSS II trägt dieselbe Brennweiten‑Bandbreite wie sein Vorgänger, wurde aber intern modernisiert, um mit aktuellen Kameras Schritt zu halten. Konkret heißt das: Unterstützung für sehr hohe **Serienaufnahmen** und ein reaktionsschnellerer **Autofokus**. Für Hobby‑ und Reisefotografen, die viel unterwegs sind und sowohl Stills als auch schnelle Sequenzen aufnehmen möchten, bringt das spürbare Vorteile.
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Für Porträtfotografen bleibt die Lichtstärke dagegen eine Einschränkung: Bei 70 mm steht maximal f/5,6 zur Verfügung, wodurch Freistellung und Bokeh gegenüber lichtstärkeren Festbrennweiten oder Profi‑Zooms sichtbar zurückbleiben.
Design, Verarbeitung, Bedienung
Sony folgt beim neuen Standardzoom einem sparsamen Bedienkonzept: Am Tubus finden sich lediglich ein Zoom‑ und ein Fokusring, sonst keine zusätzlichen Schalter. Das reduziert Komplexität und Kosten, wirkt aber auch funktional sinnvoll für Einsteiger und Reisende.
Der optische Aufbau umfasst neun Elemente in acht Gruppen, darunter asphärische Linsen und eine ED‑Linse zur Reduktion von Farbsäumen. Das Gehäuse ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt, ein Abdichtungsring am Bajonett fehlt jedoch – ein Detail, das semiprofessionelle Anwender kritischer sehen dürften.
Praxis: Handling und Einsatzszenarien
Mit einem Gewicht von nur rund 293 Gramm und kompakten Maßen (73 x 83 mm) ist das Objektiv ein typischer Reisebegleiter. In Kombination mit der Sony Alpha 7 V bleibt das Gesamtpaket sehr leicht und handlich.
Der Brennweitenbereich deckt viele Genres ab: Landschaft, Reportage, Reise und Alltags‑Portraits. In der Praxis funktioniert das Objektiv vor allem bei Tageslicht sehr gut; in schattigen Situationen oder gegen Ende der «goldenen Stunde» sinkt die Bildhelligkeit deutlich, wenn man nicht ISO erhöht oder ein Stativ verwendet.
Technik: Fokus, Bildstabilisator und Videofunktionen
Die neue Version erhielt schnellere AF‑Motoren, die im Test mit Reaktionszeiten von etwa 0,33 bis 0,37 Sekunden überzeugten – am schnellsten im Weitwinkel, etwas langsamer bei Tele. Der Autofokus arbeitet treffsicher, auch bei dynamischen Motiven.
Praktische Ergänzungen: Der integrierte **Bildstabilisator (OSS)** hilft bei längeren Belichtungszeiten und es ist möglich, den Autofokus während des Zoomens zu verwenden. Zudem kann die Kamera elektronische Korrekturen gegen **Focus Breathing** anwenden, was Videografen entgegenkommt.
Laborergebnis: Schärfe, Ecken, Vignettierung
Im Testlabor lieferte das Objektiv eine solide Auflösung: Bei offener Blende lag die mittlere Auflösung über den Brennweiten in einem hohen Bereich (rund 80–84 % der erreichbaren Sensorleistung). Ein leichtes Abblenden verbessert die Auflösung in der Bildmitte weiter; in der Weitwinkelstellung stieg der Wert in der Mitte nach zwei Blenden sogar auf über 90 %.
Die äußersten Bildränder zeigen im Weitwinkel etwas schwächere Werte (einige Messpunkte um die 60 %), die sich durch Abblenden deutlich verbessern. Randabschattung ist bei offener Blende hauptsächlich im Weitwinkel messbar, in der Praxis aber kaum störend. Chromatische Aberrationen hielten sich in den Laboraufnahmen und Praxisbildern in Grenzen.
- Gute Alltagsauflösung: Sehr brauchbare Schärfe schon bei Offenblende.
- Schwächere Ecken im Weitwinkel: Abblenden beseitigt die Schwächen weitgehend.
- Unauffällige Vignettierung und Farbfehler: Keine auffälligen Störfaktoren in der Praxis.
Vorteile und Einschränkungen
Das Update ist im Kern evolutionär, nicht revolutionär: Es bringt moderne AF‑Leistung und Kompatibilität mit hohen Serienbildraten, verändert aber weder Brennweitenband noch grundlegende Lichtstärke.
- Vorteile:
- Leicht und kompakt – ideal fürs Reisen
- Gute Bildqualität für den Alltagsgebrauch
- Günstiger Preis (ca. 480 Euro)
- Unterstützt hohe Serienbildzahlen und schnelle AF‑Reaktionen
- Nachteile:
- Keine Dichtung am Bajonett
- Begrenzte Lichtstärke im Telebereich (f/5,6)
- Kein Profi‑Bokeh wie bei f/2,8‑Zooms oder lichtstarken Festbrennweiten
Fazit
Das Sony FE 28–70 mm f/3,5–5,6 OSS II ist ein sinnvolles, kleines Update eines klassischen Kit‑Zooms: Es ist leichter, passt besser zu schnellen Kameras und liefert im Alltag eine überzeugende Bildqualität. Für Nutzer, die ein flexibles, preiswertes Vollformat‑Objektiv für Reisen und Alltagsaufnahmen suchen, ist es empfehlenswert. Wer jedoch maximale Freistellung, volle Wetterabdichtung oder professionelle Lichtstärke erwartet, sollte nach höherwertigen Objektiven Ausschau halten.
Technische Daten (Auswahl)
| Konstruiert für | Kleinbild / Sony E (E‑Mount) |
| Brennweite | 28–70 mm (entspr. 42–105 mm an APS‑C) |
| Maximale Lichtstärke | f/3,5 – f/5,6 |
| Kleinste Blende | f/22 |
| Optischer Aufbau | 9 Elemente in 8 Gruppen (inkl. asphär. Elemente, ED) |
| Blendenlamellen | 7 |
| Naheinstellgrenze | 0,30 m (Weitwinkel) / 0,45 m (Tele) |
| Filtergewinde | 55 mm |
| Abmessungen / Gewicht | 73 x 83 mm / ca. 293 g |
| Autofokus | ja (schnelle AF‑Motoren) |
| Bildstabilisator | Optisch (OSS) |
| Besonderheiten | Unterstützt hohe Serienbildraten, AF während Zoom, elektronische Korrektur gegen Focus Breathing |
| Preis (UVP) | ca. 480 Euro |












