Sigma Cine-Optik mit Autofokus im Test: echtes Kino-Handling oder Kompromiss?

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Mit der neuen AF Cine-Serie versucht Sigma, zwei Welten zu verbinden: lichtstarke Vollformat-Cine-Zooms, die sich sowohl mit traditioneller manueller Fokussteuerung als auch mit modernem Autofokus in spiegellosen Systemen nutzen lassen. Für Filmer stellt sich die Frage: Lohnt sich die Hybrid-Strategie in der Praxis oder bleiben Kompromisse?

Praxischeck: Setup und Workflow

Wir haben das Sigma AF Cine 28–105mm T3 FF in der E‑Mount-Ausführung an einer Sony FX9 ausprobiert. Beim Dreh kamen ein Chrosziel Follow-Focus sowie eine Vocas Schulterplatte zum Einsatz; Schnitt und Farbkorrektur erfolgten in DaVinci Resolve auf einem MacBook Pro mit Apple Studio Display XDR. Das gab uns einen realistischen Eindruck, wie die Optik im typischen Produktionsumfeld funktioniert.

Filmkamera auf Schulterplatte mit Follow-Focus-System und Zoom-Objektiv
Professionelle Rigging-Konfiguration mit Follow-Focus-Rad und Schulterplatte

Warum das jetzt relevant ist: Viele Produktionsabläufe verlangen kurze Umbauzeiten und flexible Optiken — wenn ein Zoom sowohl sanft manuell als auch zuverlässig per AF arbeitet, kann das Zeit sparen und teurere Wechseloptiken überflüssig machen.

Verarbeitung und Handling

Das Gehäuse wirkt robust und ist überwiegend aus Metall gefertigt. Sigma hat die Optiken gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet, was für Außeneinsätze wichtig ist. Der äußere Durchmesser liegt bei 95 mm; das Filtergewinde misst 82 mm, sodass gängige Schraubfilter und viele Clamp-On-Matteboxen problemlos passen.

Detailaufnahme eines robusten Cine-Objektivs mit Zahnkranz und Filtergewinde

Gewichtsseitig liegen die getesteten Modelle in einem praxisfreundlichen Bereich: das 28–105mm bringt etwa 1,24 kg auf die Waage, das kompaktere 28–45mm knapp 1,17 kg. Damit sind die Cine-AF-Varianten kaum schwerer als vergleichbare Fotozooms.

Zoom, Blende und Fokus besitzen durchgängig 0.8er Zahnkränze. Das unterstützt gewohnt präzises, cine-fokussiertes Arbeiten mit Follow-Focus-Systemen — im manuellen Betrieb fühlt sich die Übersetzung sehr gut dosierbar an.

  • Brennweite: 28–105 mm / 28–45 mm (je nach Modell)
  • Lichtstärke: T3 bzw. T2 (modellabhängig)
  • Filtergewinde: 82 mm
  • Durchmesser: 95 mm
  • Gewicht: ca. 1,17–1,24 kg
  • Besonderheit: Kombination aus Autofokus und cine-tauglichem Zahnkranz

Rigging-Tipps und Einschränkungen

Beim 28–105 mm verlängert sich der Tubus beim Zoomen deutlich. Für unkomplizierte Mattebox-Nutzung empfiehlt sich eine Clamp-On-Lösung direkt am Objektiv; wer hingegen mit auf Rods montierten Mattboxen arbeitet, sollte Vorsicht walten lassen — das Herausfahren des Tubus kann zu Kollisionen führen.

Wer aufwendiger riggt, findet an der Unterseite des Objektivs Gewinde für Stativplatten und Objektivstützen. Das erleichtert längere Takes und schwere Aufbauten, ohne das Balancing der Kamera­plattform dauerhaft zu beeinflussen.

Rigging-Tipps und Einschränkungen — Beim 28–105 mm verlängert sich der Tubus beim Zoomen deutlich. Für unkomplizierte Mattebox-Nutzung empfiehlt sich eine Clamp-On-Lösung direkt am Objektiv; wer hingegen mit auf Rods montierten Mattboxen arbeitet, sollte Vorsicht walten lassen — das Herausfahren des Tubus

Für wen lohnt sich das Sigma AF Cine?

Die Kombination aus Autofokus und cine-tauglichen Bedienelementen macht die Linse interessant für kleine Teams, Reportagen und Hybrid-Shooter, die zwischen run-and-gun und geplanten Set-ups wechseln. Mietparks und Produktionsfirmen erhalten dadurch einen flexiblen Allrounder, der viele Einsätze abdeckt, ohne sofort auf reine Cine‑Primes zurückgreifen zu müssen.

Wer dagegen höchste Ansprüche an Fokus-Charakteristik und optische Performance bei allen Blenden stellt — etwa für narrative Spielfilm-Produktionen mit exakt definierter Fokus-Ästhetik — wird weiterhin klassische Cinema-Primes in Betracht ziehen wollen.

Kurzes Zwischenfazit

Sigma liefert mit der AF Cine-Reihe ein durchdachtes Werkzeug für moderne Produktionen: solide Haptik, cine-freundliche Bedienung und die optionale AF-Unterstützung schaffen einen echten Mehrwert für flexible Setups. Einschränkungen beim Rigging und die Frage nach absoluter optischer Feinabstimmung bleiben aber relevante Entscheidungsfaktoren.

In weiteren Tests wäre ein detaillierter Vergleich der AF-Genauigkeit an verschiedenen Kameras sowie ein Labormessung der optischen Leistung interessant, um die Einsatzgrenzen noch exakter abzustecken.

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