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Canon hebt mit der neuen EOS R6 Mark III viele Profi‑Funktionen in die Vollformat‑Mittelklasse: interne **7K‑RAW‑Aufzeichnung**, die Option auf **Canon Log 2** sowie ein hochauflösender Sensor um rund 32,5 MP sorgen dafür, dass die Kamera für Hybrid‑ und Videoproduktionen plötzlich deutlich attraktiver wird. Für Anwender bedeutet das: mehr Bildgestaltungsspielraum und bessere Integration in Cinema‑Workflows – gerade jetzt, da Kurzform‑Produktionen und Multikamera‑Sets wachsen, ist das relevant.
Im Praxiseinsatz haben wir die R6 Mark III mit dem Canon RF 24–70mm F2.8L IS USM getestet: Hauttöne im LOG‑LUT‑Workflow, Autotracking, Zeitlupe, IBIS sowie interne RAW‑Aufnahmen standen auf dem Prüfstand. Die Clips wurden auf einem MacBook Pro mit DaVinci Resolve 20 koloriert; die meisten Aufnahmen entstanden in Canon Log 2.
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Technik, Gewicht und Ergonomie
Äußerlich folgt Canon dem bekannten Gehäusekonzept: Abmessungen und Schalterlayout sind eng am Vorgänger orientiert, sodass Umsteiger sich schnell zurechtfinden. Das Gehäuse wirkt vertraut, der ausgeformte Handgriff bietet sicheren Halt auch bei längeren Einsätzen.
Ein paar Zahlen im Überblick: Die R6 Mark III liegt bei etwa 699 g inklusive Akku (Vorgänger: circa 670 g). Damit nähert sie sich in Größe und Haptik sogar teureren Modellen an, ohne deutlich kompakter zu sein.
Für Filmer mit größeren Händen oder für längere Handheld‑Einsätze ist ein zusätzlicher Cage empfehlenswert. Ebenso raten wir bei kritischem Fokusmonitoring zum externen Monitor – die interne Anzeige reicht zwar in vielen Situationen, für präzises Peaking und Tracking ist sie aber kein Ersatz.
Sensor, Aufzeichnung und Codecs
Das Herzstück ist ein rund 32,5‑Megapixel‑Sensor, der bereits in anderen Canon‑Modellen (etwa der C50) Verwendung findet. Dadurch profitiert die R6 Mark III von guter Auflösung bei Foto‑ und Videoaufnahmen.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Videofunktionalität: Internes 7K‑RAW ist möglich – in der Open‑Gate‑Variante bis zu 25p mit voller Sensorhöhe; für 50p wird ein 17:9‑Crop angeboten, der immer noch eine sehr hohe Pixelzahl liefert. Zudem bietet die Kamera einen echten 4K‑50p‑Full‑Sensor‑Readout, was für saubere 4K‑Bewegtbilder ohne starken Crop sorgt.
Bei den Formaten und Farbräumen stehen neben RAW mehrere professionell orientierte Codecs zur Wahl, darunter XF‑HEVC und XF‑AVC in 10‑Bit‑Varianten (YCC422/420) sowie 8‑Bit‑Optionen. Wichtig für Filmemacher: Canon Log 2 ist jetzt verfügbar – das erleichtert die Farbarbeit in bestehenden Cinema‑EOS‑Pipelines und macht die R6 Mark III als kostengünstige Zweit‑ oder Hybridkamera interessanter.
Aufnahmepraxis, Medien und zusätzliche Funktionen
Die R6 Mark III bietet zwei Kartenslots: einen CFexpress‑Slot und einen SD‑Slot. Diese lassen sich für Relay‑Aufnahme, Backups oder Proxy‑Workflows nutzen; paralleles RAW‑Recording auf beide Karten gleichzeitig ist jedoch nicht möglich.
Praktische Details, die den Alltag erleichtern: ein gut sichtbares Tally‑Licht vorne und oben, eine Pre‑Record‑Funktion (bis zu fünf Sekunden), die auch für RAW‑Fotos genutzt werden kann, sowie eine modernisierte Weißabgleichsbedienung, die ohne den Umweg in den Fotomodus auskommt. Die Kamera unterstützt zudem False‑Color‑Monitoring in Kombination mit aktivierten LUTs.
- Stärken: Interne 7K‑RAW‑Option, Canon Log 2, hoher Detailgrad durch ~32,5 MP, robustes Handling.
- Für wen: Hybrid‑Shooter, B‑Cam für Cinema‑Sets, Wildlife‑Filmer (Pre‑Record), Gimbal‑Operators.
- Limitierungen: Keine Shutter‑Angle‑Einstellung, die Position der Video/Foto‑Taste kann Hybrid‑Workflow stören, Fokusmonitoring noch ausbaufähig.
- Speichermedien: CFexpress + SD (kein paralleles RAW auf beidenSlots).
Fazit und Einordnung
Canon bringt mit der EOS R6 Mark III viele professionelle Features in eine bislang eher enthusiastisch positionierte Klasse. Das ist mehr als ein bloßes Update: die Kombination aus internem 7K‑RAW, Canon Log 2 und einem hochauflösenden Sensor verändert die Einsatzmöglichkeiten der Kamera deutlich.
Für Produzenten, die auf Budget, aber nicht auf professionelle Post‑Workflows achten, ist die R6 Mark III eine ernsthafte Option. Wer punktgenaues Fokustracking unter schwierigsten Bedingungen braucht oder auf spezielle Kino‑Settings wie Shutter‑Angle angewiesen ist, sollte die Liste der fehlenden Optionen im Blick behalten.
Unsere Empfehlung: Die Kamera ist eine starke Wahl als Zweit‑ oder Hybridkamera in professionellen Setups sowie als flexible Allround‑Lösung für Einsteiger in anspruchsvollere Videoproduktionen. Ein externer Monitor und gegebenenfalls ein Cage ergänzen die R6 Mark III sinnvoll für den täglichen Praxiseinsatz.












