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Samyangs neues AF 35 mm f/1,8 P FE bringt eine klassische Brennweite ins Sony-E-Ökosystem — und das zu einem ungewöhnlich niedrigen Preis. Für Fotografen, die viel unterwegs sind und ein leichtes, lichtstarkes Objektiv suchen, beantwortet dieses Modell die Frage: Wie viel Leistung liefert moderates Geld?
Kompaktes Design, bewusster Verzicht
Das Objektiv ist auffallend leicht und unaufgeregt gestaltet. Mit nur 216 g hängt es an einer Sony-Vollformatkamera kaum merklich am Gehäuse und eignet sich dadurch sehr gut für lange Spaziergänge oder Reisestunden.
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Samyang setzt auf eine reduzierte Ausstattung: Neben einem Fokusring findet sich lediglich ein AF/MF-Schalter. Blendenring, Funktionstasten oder ein De‑Click-Schalter fehlen — ein bewusstes Einsparungsmerkmal, das den Preis niedrig hält, aber Bedienkomfort einschränken kann.
Verarbeitung
Das Bajonett ist aus Metall gefertigt und besitzt eine Dichtung, die das Objektiv vor Spritzwasser und Staub schützt. Der breite, geriffelte Fokusring liegt gut in der Hand, wirkt beim Feinschärfen aber nicht ganz so samtig wie bei höherpreisigen Alternativen.
Autofokus: flink genug, aber nicht spitzenschnell
Im Labortest arbeitet der Linearmotor mit etwa 0,43 Sekunden Reaktionszeit — schneller als manche günstige Konkurrenz, aber langsamer als Sonys eigenes FE 35 mm f/1,8 (rund 0,22 s). In der Praxis trifft der AF meist zuverlässig; bei schwächerem Licht kann es vereinzelt etwas dauern, bis die Schärfe sitzt.
Für die meisten Alltagsaufgaben wie Street-, Reise- oder Reportagefotografie reicht die Kombination aus Geschwindigkeit und Treffsicherheit problemlos aus.
Bildqualität: überraschend souverän
Laborwerte zeigen eine hohe Auflösung: Offenblendig liegt das Samyang bei etwa 2.783 Linienpaaren pro Bildhöhe im Zentrum — das entspricht rund 86 Prozent der möglichen Auflösung unserer Testkamera. Bei zwei Stufen abgeblendet steigt die Messung auf rund 2.981 Linienpaare (ca. 92 Prozent).

Auch die Ecken liefern respektable Werte; Farbsäume sind nur schwach ausgeprägt und werden in kritischen Gegenlichtsituationen kaum sichtbar. Streulicht und Kontrastverluste bleiben insgesamt gut kontrolliert.
Ein sichtbares Manko ist die Vignettierung bei Offenblende: Helle Bildränder fallen deutlich dunkler aus und sind auch bei leichter Abblendung noch erkennbar. In der Nachbearbeitung lässt sich die Abschattung jedoch problemlos korrigieren.
Praxisfazit
In der Kombination aus Gewicht, optischer Leistung und Preis überrascht das Samyang positiv. Wer ein unauffälliges, handliches 35‑mm‑Objektiv sucht, erhält gute Schärfeleistungen und solide Bildqualität für wenig Geld. Wer maximale Ausstattung, sehr schnellen AF oder dedizierte Bedienelemente braucht, wird dagegen bei Premiumobjektiven fündig.
- Vorteile: preiswert, sehr leicht, hohe Auflösung im Zentrum
- Nachteile: keine Fn‑Taste, kein Blendenring, erkennbare Vignettierung bei f/1,8
Technische Daten (Kurzüberblick)
| Bajonett / Format | Sony E / Kleinbild |
| Brennweite | 35 mm (entspricht ca. 52,5 mm an APS‑C) |
| Max. Blende | f/1,8 |
| Kleinste Blende | f/22 |
| Aufbau | 10 Elemente in 8 Gruppen |
| Blendenlamellen | 9 |
| Naheinstellgrenze | 0,27 m |
| Filtergröße | 62 mm |
| AF‑Motor / Bildstabilisator | Linear‑STM / kein Stabilisator |
| Innenfokus | Ja |
| Bajonettdichtung | Ja |
| Abmessungen / Gewicht | 70 × 72 mm / 216 g |
| Preis (Testzeitpunkt) | ≈ 280 Euro |
Für Fotografinnen und Fotografen, die auf der Suche nach einem unkomplizierten, leichten 35‑mm‑Objektiv sind und dabei auf einige Komfortfunktionen verzichten können, ist das Samyang AF 35 mm f/1,8 P FE eine durchdachte und preiswerte Option. Wer hingegen spezielle Bedientasten oder den allerhöchsten Autofokuskomfort benötigt, sollte Alternativen prüfen.












