Photoshop, Firefly und Premiere jetzt in Google Gemini: Adobe schaltet KI-Funktionen frei

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Bei der Google I/O kündigte Adobe eine neue Ausweitung seiner Zusammenarbeit mit Google an: In den kommenden Wochen soll der „Adobe-for-creativity“-Connector in **Gemini** integriert werden, sodass Nutzerinnen und Nutzer Texteingaben nutzen können, um Bilder und Videos zu erzeugen – während Adobes Werkzeuge die praktische Umsetzung übernehmen. Für Kreativteams bedeutet das weniger manuelles Hin- und Her zwischen Programmen und mehr direkte Arbeit dort, wo Ideen entstehen.

Wie die Orchestrierung hinter den Kulissen läuft

Im Zentrum steht Adobes *Creative Agent*, die gleiche Steuerlogik, die bereits den **Firefly AI Assistant** antreibt. Anstatt Anwendern eine Liste einzelner Werkzeuge zu präsentieren, analysiert der Agent das gewünschte Ergebnis, ordnet geeignete Funktionen und führt die einzelnen Schritte in passender Reihenfolge aus — mit Unterbrechungen für Rückfragen oder Freigaben.

Das hat zwei Effekte: Die kreative Steuerung verbleibt beim Menschen, gleichzeitig werden Routineaufgaben automatisiert. Adobe hebt hervor, dass Projekte nahtlos zwischen verschiedenen Oberflächen weiterbearbeitet werden können: Ein in **Gemini** gestarteter Entwurf lässt sich demnach in **Firefly Boards** fortführen und später in Programmen wie **Photoshop**, **Illustrator** oder **Premiere** verfeinern.

Kein Neuling: Verbindungen zu Claude, ChatGPT und Co.

Die Anbindung an Gemini ist Teil einer längeren Strategie: Der Connector existiert bereits in anderen Umgebungen. In Firefly stehen über 60 Profi-Funktionen zur Verfügung; die Integration in den Assistenten von Anthropics (Claude) umfasst ebenfalls Dutzende Tools. Außerdem hatte Adobe bereits Ende letzten Jahres einzelne Apps wie Photoshop, Express und Acrobat in ChatGPT eingebunden — damals noch als separate Anwendungen statt als orchestrierende Schicht.

Im April wurden Firefly Boards zudem direkt in Photoshop und Lightroom eingebettet, ein Schritt, der die Verbindung zwischen generativer KI und klassischen Bildbearbeitungs‑Workflows weiter vertiefte.

Offene Fragen: Verfügbarkeit und Kosten

Adobe nennt für die Gemini-Anbindung keinen exakten Starttermin – man spricht nur von „den kommenden Wochen“. Zu Preisen, Abonnementvoraussetzungen oder möglichen Einschränkungen auf Seiten von Google gibt es bislang keine bestätigten Angaben. Unternehmen und Kreativschaffende müssen daher noch mit Unklarheit bei Lizenzmodellen und Verfügbarkeit rechnen.

  • Was schon angekündigt ist: Integration des Connectors in Gemini, Fortführung von Projekten in Firefly Boards und Creative-Cloud-Apps.
  • Unklar: Konkreter Starttermin, Preisstruktur, notwendige Abos bei Google oder Adobe.
  • Bereits verfügbar: Verwandte Integrationen in Firefly, Claude und als Einzeltasten in ChatGPT.

Googles neues Bildwerkzeug „Pics“

Parallel stellte Google auf der I/O eine eigene Lösung namens **Google Pics** vor, die Teil von Workspace werden soll. Die App nutzt das aktuelle Nano-Banana-Modell und setzt laut Google auf Vorhersagbarkeit bei der KI-Bilderzeugung, um das ständige „prompten und hoffen“ zu reduzieren.

Bemerkenswert ist vor allem die **Objekt-Segmentierung**: Einzelne Elemente in einem generierten Bild lassen sich gezielt auswählen, verschieben, skalieren oder umfärben — etwa die Farbe eines Kleidungsstücks ändern, ohne das Gesamtbild zu beschädigen. Hinzu kommen Text‑Werkzeuge, die Schriftbild und Layout bei Übersetzungen oder Anpassungen bewahren sollen. Als Workspace-Komponente bietet Pics außerdem einen gemeinsamen Canvas, simultanes Editieren und Verknüpfungen zu Slides und Drive.

Aktuell läuft Google Pics in einer begrenzten Testphase; für den Sommer ist eine breitere Verfügbarkeit geplant, zunächst für Abonnenten von Google AI Pro und Ultra sowie als Vorschau für Workspace-Geschäftskunden. Derzeit existiert die App nur als Web-Version, eine spätere Integration in die nativen Workspace-Apps ist vorgesehen.

Was ändert sich für Kreative und Unternehmen?

Kurzfristig dürften beide Entwicklungen Arbeitswege verkürzen: Weniger manuelles Wechseln zwischen Programmen, automatisierte Abläufe und engere Integration von Konzept- zu Produktionsphase. Für Agenturen und interne Kreativteams könnte das bedeuten, dass Prototyping und Iteration schneller vonstattengehen.

Längerfristig stellt sich die Frage nach Zugang, Kosten und Betriebsabläufen: Werden Standardabos ausreichen, oder sind höhere Stufen nötig, um volle Funktionen zu nutzen? Und wie lassen sich Datenschutz, Urheberrecht sowie Qualitätskontrolle in stärker automatisierten Prozessen sicherstellen? Adobe und Google haben dazu noch keine umfassenden Antworten geliefert.

Feature Adobe + Gemini Google Pics
Primäre Funktion Orchestrierung von Adobe‑Werkzeugen per Text KI-basierte Bildgenerierung mit Segmentierung
Integration Firefly Boards, Creative Cloud (Photoshop, Premiere u. a.) Workspace: Slides, Drive, gemeinsamer Canvas
Verfügbarkeit „Kommende Wochen“ – ohne Details Beschränkte Tests; Sommerausweitung für Abonnenten und Geschäftskunden
Besondere Technik Creative Agent / Firefly-Backend Nano‑Banana‑Modell, Objekt‑Segmentierung

Die Ankündigungen bestätigen einen Trend: Hersteller verlagern KI‑fähige Funktionen dorthin, wo Nutzer bereits kommunizieren und arbeiten — Chatumgebungen, Workspace‑Oberflächen und Assistenzsysteme. Für Anwender heißt das mehr Automatisierung, aber weiterhin die Notwendigkeit, kreativen Kompass, Qualitätssicherung und rechtliche Rahmenbedingungen selbst zu kontrollieren.

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