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In einer aktuellen Videoproduktion des Kameramanns Stephan Wiesner zeigte sich, wie präzise Lichtsetzung auch mit vergleichsweise wenig Equipment professionelle Ergebnisse erzielt. Für Creator und Produktionsleiter ist das ein Praxisbeleg: Mit durchdachten Setups lassen sich sowohl sachliche Interviews als auch stimmungsgeladene Sportsequenzen sauber realisieren.
Reduziertes Interview-Setup: zwei Lampen reichen
Wiesner setzte beim Interview bewusst auf ein schlankes Arrangement. Ziel war eine klare, natürliche Bildwirkung ohne überladenes Equipment.
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Als Key-Light diente ein Candela 220 RGB mit großer Softbox und Wabengrid, auf etwa 5.600 Kelvin (Tageslicht) eingestellt. Das Grid begrenzt Streulicht und fokussiert die Beleuchtung genau auf das Gesicht — wichtig, um Modellierung und Strukturen zu erhalten.
Im Hintergrund erzeugte ein zweites Dauerlicht einen leicht entsättigten Blau-Ton; ein runder Reflektor formte dabei den charakteristischen Lichtkegel, der das Motiv vom Hintergrund trennt und Tiefe ins Bild bringt.
Fensterlicht klug ergänzen
Gutes Tageslicht muss nicht übersteuert werden. Stattdessen funktioniert ein ergänzendes, indirektes Licht hervorragend: Eine Lampe als Raumlaterne, über Decke und Wände gebounct, gleicht den Lichtabfall aus, ohne die vorherrschende Stimmung zu zerstören.
Das Prinzip heißt „motiviertes Licht“ — künstliche Lichtquellen orientieren sich an der Position des Fensters, sodass die Aufhellung natürlich wirkt und Farb- sowie Schattenverläufe glaubwürdig bleiben.
Teal-and-Orange für dramatische Sportbilder
Für dynamische Sportaufnahmen wählte das Team einen klassischen Teal-and-Orange-Kontrast, der präzise Lichtführung verlangt. Als Key wurde ein warm eingestelltes Dauerlicht (rund 2.700 Kelvin) mit Reflektor und Grid verwendet; die harte, gerichtete Beleuchtung erzeugt die orangefarbenen Akzente.
Die blaue Raumstimmung entstand durch zwei Candela 220 RGB, die das Farblicht über Wände und Decke bouncten, sowie durch ein hartes Rücklicht aus der LUX-Serie, das das Motiv konturiert. Sichtbare Leuchten im Bild, etwa mehrere Pocket-Lichter, fungierten als Practicals und verstärkten die Tiefenwirkung.
Ein Nebeleffekt (Haze) machte Lichtstrahlen sichtbar und brachte zusätzliche Staffelung. Wichtig: Solche Setups entfalten ihre Wirkung am besten bei völliger Dunkelheit, wenn keine Fremdlichtquellen stören.
Praktische Hinweise für die Umsetzung
- Grid nutzen: Verhindert Streulicht und gibt präzise Kontrolle über Lichtkegel — besonders bei mehreren Quellen unverzichtbar.
- Richtige Farbtemperatur: 2.700 K für warme, cineastische Töne; 5.600 K für neutrale Tageslicht-Aufnahmen; RGB-Modelle erlauben kreative Farbkreationen.
- Indirektes Licht (Bounce) bevorzugen, wenn Fensterlicht bereits als Hauptquelle fungiert — so wirkt die Aufhellung organisch.
- Praktische Lichtquellen im Bild (Pocket-Lichter) schaffen Tiefe und dienen als Gestaltungselemente.
- Haze sparsam einsetzen: Er erhöht die Sichtbarkeit von Strahlen, kann aber Details überlagern, wenn zu viel eingesetzt wird.
- Wireless-Steuerung oder eine Steuerungs-App spart Zeit beim Dimmen und Farbangleich mehrerer Lampen gleichzeitig.
- Teste das Setup bei den tatsächlichen Lichtverhältnissen — kleine Änderungen in Abstand oder Winkel verändern die Bildwirkung stark.
Fazit
Die Produktion von Wiesner macht deutlich: Gute Beleuchtung ist weniger eine Frage der Menge an Ausrüstung als der Planung und gezielten Lichtführung. Für klassische Interviews genügen zwei Lampen bei kluger Platzierung, während aufwendige Looks wie Teal and Orange mehr Quellen und exakte Abstimmung benötigen — aber nicht zwangsläufig mehr Komplexität im Workflow.
Für Einsteiger wie für erfahrene Crews gilt derselbe Leitgedanke: Priorisiere Form und Richtung des Lichts, arbeite motiviert zur Umgebung und nutze gezielt Farbtemperatur und Grids, um gewünschte Bildwirkungen zuverlässig zu erzeugen.













