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Wie verändert sich Stuttgart, wenn man genauer hinsieht — und welche Spuren dieser Wandel im Stadtbild hinterlässt? Eine neue Gruppenausstellung in der Fotogalerie Norbert Nieser rückt genau diese Fragen in den Fokus und bietet aktuelle Sichtweisen auf Stadtentwicklung, Alltag und Identität der Landeshauptstadt.
- Titel: 19 Positionen künstlerischer Fotografie – Kesselbilder
- Ort: Fotogalerie Norbert Nieser, Stuttgart
- Laufzeit: 15. August – 5. September 2026
- Vernissage: Samstag, 15. August 2026
- Teilnehmende: 19 bildende Fotograf:innen aus unterschiedlichen Generationen
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Die Ausstellung versammelt Arbeiten, die Stuttgart nicht als einheitliche Skyline zeigen, sondern als ein Geflecht aus Widersprüchen: dichte Bebauung neben Weinbergen, Industriebrache neben Parks, historische Fassaden neben zeitgenössischen Neubauten. Das ist heute relevant, weil städtische Planungen, Mobilitätswende und Wohnraumentwicklung unmittelbar spürbare Folgen für Bewohnerinnen und Bewohner haben.
Mehrstimmige Perspektiven
Neunzehn Fotograf:innen nähern sich der Stadt mit sehr unterschiedlichen Mitteln: mal sind es präzise Serien, mal einzelne, aufgeladene Bilder. Gemeinsam ist den Arbeiten ein Interesse an der Zeitlichkeit des Ortes — wie Vergangenheit und Gegenwart sich überlagern, wie Spuren alter Industrie in neuen Quartieren weiterwirken.

Viele Bilder arbeiten mit visuellen Mitteln, die das Zusammenspiel von Schichten und Ebenen betonen: Spiegelungen in Glasfassaden, abgetragene Texturen, überlagerte Bildfragmente oder extreme Blickwinkel, die vertraute Motive fremd erscheinen lassen. So entstehen Fotografien, die weniger dokumentieren wollen als Fragen stellen.
Im Zentrum stehen Themen wie Stadtentwicklung, Mobilität und Industriekultur. Straßenbahnen, Fahrräder und E‑Scooter erscheinen als Zeichen neuer Bewegungsroutinen ebenso wie Baustellen, Kräne und provisorische Straßenführungen als sichtbare Manifestationen laufender Stadterneuerung.
Alltag, Nacht und kulturelle Spuren
Die Bandbreite reicht von direkter Street Photography, die flüchtige Begegnungen und soziale Situationen einfängt, bis zu Szenen urbanen Lichts: beleuchtete Schaufenster, Neonreklamen und nächtliche Straßenzüge werden als eigene Bildräume verhandelt. Street Art, Plakate und Typographie treten als visuelle Zeugnisse einer heterogenen Stadtkultur auf.
Besonders eindrücklich sind Arbeiten, die das Prozesshafte zeigen: Baustellen als permanente Baustellen der Identität, provisorische Strukturen, die später in neue Stadtquartiere münden. Diese Bildserien machen deutlich, dass Veränderung nicht nur physisch ist, sondern auch Wahrnehmung und Zusammenleben formt.
Die Ausstellung lädt dazu ein, Stuttgart neu zu lesen — nicht als statisches Panorama, sondern als lebendiges System, dessen Entwicklung direkte Auswirkungen auf Verkehr, Wohnraum und öffentliche Räume hat.
Mitwirkende Fotograf:innen:
Peter Uhlemann, Dennis Scheck, Sigrid Birker‑Groß, Tanja Hübner, Markus Sattler, Eva Kühl, Martin Bertsche, Elke Rietzler, Zoi Georgalidou, Jörg Seeger, Eva Krüger, Tobias Mundel, Frank Thomas Schick, Armin Eugster, Manuel Gomez Grande, Sandra Veit, Sabine Heppert, Susanne Nieser und Martina Zander‑Recha.
Wer die Ausstellung besucht, bekommt kein lineares Stadtportrait zu sehen, sondern ein Mosaik aus persönlichen Blicken — ein Angebot, über die aktuelle Debatte zu Stadtplanung, Mobilitätskonzepten und dem Umgang mit historischer Substanz nachzudenken.











