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Mit dem Voyager 24–50 mm f/2.8 hat der chinesische Hersteller Thypoch im April 2026 ein ungewöhnliches Produkt vorgelegt: das erste Autofokus-Zoom aus China, das ernsthaft mit etablierten Standard-Zooms konkurriert. Für Fotografen und Videografen bedeutet das nicht nur mehr Auswahl in der Preisklasse um 600 Euro, sondern auch neue Fragen zu Bildqualität, Zuverlässigkeit und Einsatzbereich.
Preis, Marktposition und schnelle Verfügbarkeit
Thypoch positioniert das Voyager deutlich preisaggressiv: Direkt über den Hersteller war das Objektiv zeitweise für rund 570 € gelistet, im Handel liegen die Straßenpreise eher bei etwa 680 €. Zum Vergleich: Sonys eigenes 24–50 mm f/2.8 aus der G-Serie kostet etwa 1.000 €, Sigma und andere Drittanbieter bewegen sich deutlich darüber.
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Die Preisgestaltung macht das Voyager für Nutzer interessant, die ein kompaktes, lichtstarkes Standard-Zoom suchen, ohne das übliche Budget für Profi-Objektive aufzubringen. Gleichzeitig heißt das: Abstriche bei einigen optischen Eigenschaften sind möglich, vor allem am langen Ende des Zoombereichs.
Design, Haptik und Robustheit
Äußerlich wirkt das Voyager eher dezent, mit Rillen an Zoom- und Fokusring, die an klassische Objektive erinnern. Das Gehäuse ist kompakt: Es misst knapp 9 cm in der Länge und wiegt etwa 430 g. Das geringe Gewicht und das Innenzoom machen es für gimbalgestützte Arbeiten attraktiv, weil die Ausrichtung beim Zoomen nicht neu justiert werden muss.

Ein Merkmal, das sich nicht bei jedem Konkurrenten findet, ist die Zertifizierung: Thypoch gibt Schutz nach IP53 an. Das bedeutet Schutz gegen schädliche Staubmengen und gegen Sprühwasser unter einem Winkel von 60°. In der Praxis gab dies im Test bei regnerischem Wetter zusätzliche Sicherheit.
Kritikpunkte bei der Verarbeitung sind überschaubar: Der Umschalter zwischen AF und MF war bei meinem Testmuster ungewöhnlich schwergängig. Positiv hervorzuheben sind die praktische Gegenlichtblende, ein 70‑mm-Filtergewinde und das Vorhandensein eines USB‑C-Anschlusses für Firmware-Updates.
| Technische Daten | Angabe |
|---|---|
| Brennweite | 24–50 mm |
| Maximale Blende | f/2.8 durchgehend |
| Naheinstellgrenze | 30 cm (bei 24 und 50 mm) |
| Vergrößerung | 0,216× |
| Filtegewinde | 70 mm |
| Blendenlamellen | 10 Blendenlamellen |
| Gewicht | 430 g |
| Schutzart | IP53 |
Optische Leistung: Stärken und Schwächen
Die Konstruktion umfasst 16 Linsen in 13 Gruppen; Herstellerangaben nennen spezielle Glasarten und eine Nanobeschichtung zur Reduktion von Flares. Praktische Messungen und Vergleichsaufnahmen geben ein nuancierteres Bild.
Bei offener Blende liefert das Voyager in der Bildmitte bei 24 mm eine überraschend hohe Schärfe — in meinem Vergleich wirkte die Mitte sogar etwas knackiger als beim Sigma 24–70 mm f/2.8 DG DN Art. An den Rändern schwächelt das Objektiv bei f/2.8 jedoch deutlicher; Abblenden auf f/5.6–f/8 verbessert die Randleistung merklich.
Beim kurzen Ende (24 mm) bietet die Optik insgesamt ein sehr gutes Resultat. Beim langen Ende (50 mm) zeigte mein Testmuster bei f/2.8 einen sichtbaren Schärfeverlust, der sich sowohl in der Bildmitte als auch an den Kanten bemerkbar machte. Für fotografische Anwendungen, bei denen 50 mm häufig verwendet werden, ist das ein relevanter Kompromiss.
Positiv: Das Bokeh profitiert von den 10 Blendenlamellen, Sonnensterne sind bei starken Lichtquellen sauber gezeichnet. Flares treten unter bestimmten Blickwinkeln auf, beschränken sich aber zumeist auf Bildbereiche und bleiben kontrollierbar. Ghosting über das ganze Bild konnte ich nicht nachvollziehen.
Autofokus, Fokusverhalten und Videoeinsatz
Thypoch nennt den Motortyp nicht explizit; im Betrieb verhielt sich der AF aber schnell und vergleichsweise leise — Hinweise auf einen Schrittmotor. Auf der Sony Alpha 7 IV arbeitete das Zusammenspiel stabil: Kein auffälliges Pumpen, kein Front- oder Backfokus in meinen Testreihen.

Für Filmer sind zwei Eigenschaften besonders wichtig: Das Objektiv zeigte ein geringes Fokusatmen, also kaum Brennweitenveränderung beim Fokussieren, und einen nahezu lautlosen Autofokusbetrieb — beides sind Vorteile gegenüber vielen Drittanbieter-Optiken. Eine De-Click-Funktion für lautloses Blendenverstellen fehlt allerdings.
- Für Video: Sehr geeignet dank Innenzoom und minimalem Fokusatmen.
- Für Foto: Stark bei 24 mm, bei 50 mm sollte man je nach Anspruch abblenden oder Alternativen prüfen.
- Firmware & Wartung: USB‑C ermöglicht Updates; Kalibrierung kann Qualitätsstreuungen minimieren.
Praxisfazit
Das Thypoch Voyager 24–50 mm f/2.8 ist kein kompromissloses High-End-Objektiv, aber für seinen Preis überraschend leistungsfähig. Besonders kleinere Budgets und Anwender, die viel filmen oder mit Gimbals arbeiten, finden hier ein attraktives Gesamtpaket: kompakt, leicht, wetterbeständiger als viele Konkurrenten und mit brauchbarem Autofokus.
Wer vorrangig bei 24 mm arbeitet oder öfter Videos dreht, dürfte mit dem Voyager zufrieden sein. Fotografen, die oft mit 50 mm bei offener Blende arbeiten, sollten die optische Schwäche am langen Ende bedenken oder das Objektiv vor dem Kauf ausgiebig testen.
Kurz zusammengefasst: Für unter 600 € ist das Voyager eine empfehlenswerte Option, wenn man die Grenzen bei 50 mm akzeptiert. Es ist ein Anzeichen dafür, dass chinesische Drittanbieter inzwischen ernsthaft in Konkurrenz zu etablierten Marken treten — und das Angebot für Nutzer erweitert.












