Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
ON1 hat mit NoNoise AI 2027 eine neue Version seiner Rauschreduktionssoftware angekündigt, die statt eines universellen Modells mehrere spezialisierte KI-Optionen für unterschiedliche Motive bietet. Das ist relevant, weil Fotografen zunehmend zwischen sanfter Detailwahrung und aggressiver Glättung abwägen müssen — und weil die neue Engine auch alte RAW-Dateien schneller und zielgerichteter verarbeiten soll.
Kein Universallöser: Modelle nach Motiv
Im Zentrum der Neuvorstellung stehen komplett neu trainierte KI-Modelle, die Rauschen entfernen, ohne feine Strukturen wie Fell oder Federn zu nivellieren. ON1 setzt damit auf mehrere spezialisierte Profile statt auf ein einziges, universelles Verfahren.
LUMIS Mini I-Light: mobile Powerleuchte erleichtert Arbeit im Freien
Analoge Fotografie 2026: Warum Fotografen wieder auf Film und langsames Arbeiten setzen

Die Auswahl reicht dem Hersteller zufolge unter anderem über Modelle für Wildlife, Konzertaufnahmen, Astrofotografie und eingescannten Filmmaterial. Ziel ist es, für jedes Szenario eine Balance zwischen Rauschunterdrückung und Detailtreue zu finden — also weniger „plastische“ Ergebnisse und mehr fotografische Textur.
Auch das Modul gegen Bewegungsunschärfe, TackSharp AI, wurde überarbeitet. Es soll leicht verwackelte Aufnahmen schärfer erscheinen lassen, ohne zusätzliche Artefakte oder neues Rauschen einzuführen.
- Fokussierte Modelle: Motive-spezifische KI statt Einheitslösung
- Detailtreue: Erhalt von Fell-, Haar- und Feintexturen
- TackSharp AI: Verbesserte Korrektur leichter Bewegungsunschärfe
- Masken per Klick: automatische Motiv- und Hintergrundmaske zur Ebenenbearbeitung
- Generative Werkzeuge: Expand zum Bildrand erweitern, Erase für größere Störobjekte
- Sensorstaub- und Stromleitungsentfernung, Tiefenmasken für entfernungsabhängige Anpassungen
Alte Dateien neu entwickeln, schnelleres Stapeln
Technisch spricht ON1 von einer überarbeiteten Inferenz-Engine, die die vorhandene Hardware effizienter nutzt. Das schließt laut Ankündigung auch native Unterstützung für Windows on ARM ein — ein Schritt, der besonders Anwendern mit ARM‑Geräten schnellere Stapelverarbeitung verspricht.

Für die Praxis bedeutet das: RAW-Aufnahmen aus den letzten zwei Jahrzehnten — ON1 nennt eine Unterstützung für mehr als 800 Kameramodelle — lassen sich mit modernen KI‑Modellen neu entwickeln. Das eröffnet Chancen, verrauschte Archivaufnahmen oder Film-Scans deutlich aufzuwerten.
Verfügbarkeit und Preisstruktur
ON1 bietet die Software weiterhin als eigenständige Anwendung für macOS und Windows sowie als Plug‑in für Editoren wie Lightroom Classic, Photoshop und Capture One an. Die klassische Einzellizenz ist im Vorverkauf für 74,47 Euro gelistet und wird als dauerhafte Lizenz ohne Abopflicht beworben.
Alternativ gibt es das Jahresabo ON1 Photo Studio (aktuell angegeben mit 191,51 Euro pro Jahr). Dieses Paket umfasst NoNoise AI 2027 automatisch, Photo RAW MAX und weitere ON1‑Anwendungen einschließlich künftiger Updates; das Bundle mit NoNoise AI 2027 wird ausschließlich im Rahmen des Abos angeboten. Als Lieferzeit nennt ON1 Ende September 2026.
Für professionelle Arbeitsabläufe bleibt damit die Entscheidung zwischen einmaliger Anschaffung und abonnementbasierter Komplettlösung ein wichtiges Kriterium — abhängig von Nutzungsintensität, Budget und Bedarf an Updates.
Kurz zusammengefasst: Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick
- Fachspezifische KI-Modelle für verschiedene Motivtypen
- Überarbeitete Inferenz-Engine für bessere Hardware-Ausnutzung
- Breite RAW-Unterstützung (über 800 Kameramodelle)
- Neue Masken- und Generative-Werkzeuge für selektive Retusche
- Lizenzwahl: Einmalkauf möglich oder Jahresabo mit erweiterten Angeboten
Welche Folgen hat das für Anwender? Wer viel mit hohen ISO‑Werten, Archivmaterial oder speziellen Motiven arbeitet, dürfte von den gezielten Modellen profitieren — sowohl qualitativ als auch in Sachen Geschwindigkeit. Nutzer, die nur gelegentlich rauschreduzieren, halten vielleicht an den in RAW‑Editoren integrierten Werkzeugen fest. Die Entscheidung wird daher oft ein Abwägen von Kosten, Ergebnisqualität und Workflow‑Tempo sein.
Bericht: DPReview












