Sigma FP2: kompakteres Gehäuse, spürbar schneller und erstmals mit kippbarem Display

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Sigma hat die Nachfolgerin seiner kompakten Vollformatkamera vorgestellt: die FP2 kombiniert ein neues, teils gestapeltes Bildsensor-Design mit deutlich erweiterten Video‑Funktionen und bleibt dabei dem modularen Konzept der Baureihe treu. Für Fotograf:innen und Videograf:innen bedeuten die Änderungen schnellere Auslesezeiten, bessere Autofokus-Optionen und professionelle Aufnahmewege — ab 11. November 2026 für 2.199 Euro im Handel.

Neuer Sensor, spürbare Praxisvorteile

Im Zentrum der FP2 steht ein 24,5-Megapixel-Sensor, der jetzt in einer teilweise gestapelten Architektur konstruiert ist. Das bringt höhere Auslesegeschwindigkeiten als bei klassischen rückwärtig belichteten Sensoren, ohne die komplette Komplexität eines vollgestapelten Chips.

Grafik eines teilweise gestapelten Sensors und Datenpfade
Teilweise gestapelter 24,5‑MP‑Sensor reduziert Rolling‑Shutter und erhöht Auslesegeschwindigkeit.

Wichtig für die tägliche Nutzung: Die Kamera arbeitet weiterhin ohne mechanischen Verschluss. Durch die schnellere Sensor‑Elektronik fällt der Rolling‑Shutter‑Effekt deutlich geringer aus, und die kürzeste effektive Verschlusszeit steigt – das erweitert die Einsatzmöglichkeiten bei schnellen Motiven und hellem Licht.

Autofokus und Serienbildleistung

Die FP2 nutzt nun integrierte Phasen-AF-Sensoren. Das System erkennt nicht nur Gesichter und Augen von Menschen, sondern erweitert die Erkennung auf Tiere und Vögel — ein Plus für Wildlife‑ und Tierfotograf:innen.

Bei Serienaufnahmen sind bis zu 20 Bilder pro Sekunde möglich; die Kamera schluckt laut Hersteller lange Serienstrecken (Beispiele: bis zu 200 JPEGs oder 180 DNGs am Stück). Wer etwas gemächlicher fotografiert, kann mit 8 fps massive Puffergrößen erreichen.

Kompaktes Gehäuse, größeres Durchhaltevermögen

Das Metallgehäuse ist gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet und fällt noch etwas flacher aus als beim Vorgängermodell — das Display lässt sich jedoch weiterhin um bis zu 90 Grad nach oben und 45 Grad nach unten neigen. Trotz kleinerer Außenmaße hat Sigma die Akkukapazität deutlich erhöht: Der neue BP‑91 liefert 2.200 mAh und bringt nach CIPA‑Messung rund 370 Aufnahmen statt der früheren 280.

Die FP2 wiegt in der Standardkonfiguration 460 Gramm. Neu an Bord ist außerdem ein interner Speicher von 70 GB neben dem UHS‑II‑SD‑Slot; zudem lassen sich Bilder und Videos direkt auf eine per USB‑C angeschlossene SSD schreiben.

Video: 6K, ProRes RAW und professionelle Optionen

Für Videograf:innen ist das Upgrade massiv: Aufnahmen sind intern in 10‑Bit möglich, 6K Open Gate mit bis zu 60p wird unterstützt. 4K lässt sich wahlweise mit 60p aus voller Sensorbreite oder mit bis zu 120p im APS‑C‑Crop drehen. Wer mit hohem Qualitätsanspruch extern aufzeichnet, kann ProRes RAW und ProRes RAW HQ mit 12 Bit auf einer SSD speichern — Bitraten von mehreren Tausend Megabit pro Sekunde sind dabei möglich.

Kamera verbunden mit externem SSD für ProRes RAW Aufnahme
Die FP2 kann ProRes RAW direkt auf eine SSD schreiben – wichtig für Videoprofis.

Sigma setzt als Log‑Profil auf Leicas L‑Log, was den Workflow mit etablierten Schnittprogrammen erleichtert. Ergänzt wird das Angebot durch 13 Bildstile (u. a. Cinema, 709 Look, Monochrome), Unterstützung für Gyroflow‑Stabilisierung und einen integrierten DNG‑Raw‑Konverter.

  • Sensor: 24,5 MP, teilweise gestapelt
  • Video: 6K60p Open Gate, 4K60p/120p (APS‑C Crop), 10‑Bit intern, ProRes RAW extern
  • Autofokus: Phasen‑AF, Menschen-, Augen-, Tier‑ und Vogel­erkennung
  • Speicher: 70 GB intern + UHS‑II SD + SSD via USB‑C
  • Akkuleistung: BP‑91, 2.200 mAh → ~370 Aufnahmen (CIPA)
  • Anschlüsse: Dual‑USB‑C (inkl. USB 3.2 Gen2), HDMI Typ A, 3,5‑mm Klinke mit Phantom

Modularität und neues Zubehör

Das modulare Konzept bleibt ein zentrales Merkmal: Sigma bietet überarbeitetes Zubehör, darunter den neuen elektronischen Sucher EVF‑21 mit 5,76 Millionen Bildpunkten und kippbarer Mechanik sowie den Blitzschuhadapter HU‑21 mit TTL‑Kompatibilität zu Systemblitzen von OM System/Panasonic und Drittanbietern.

Für Tonprofis relevant ist die Unterstützung externer Audiolösungen: Die FP2 spielt mit Panasonics DMW‑XLR2‑Adapter und dem digitalen Richtmikrofon DMW‑DMS1 zusammen, wodurch 32‑Bit‑Float‑Aufnahmen möglich werden — ein klarer Vorteil bei anspruchsvollen Produktionseinsätzen.

Praktische Anschlusslösung: Zwei USB‑C‑Ports

Sigma kombiniert zwei USB‑C‑Anschlüsse unterschiedlichster Funktionalität: Der obere Port (USB 2.0) dient unter anderem zum Anschluss des EVF, zur Stromversorgung per Power Delivery und zum Laden des Akkus; der untere Port bietet USB 3.2 Gen2‑Tempo (10 Gbit/s) für SSD‑Aufzeichnung, schnelle Datentransfers oder Webcam‑Nutzung via UVC/UAC. Ergänzt wird die Anschlussausstattung durch einen vollwertigen HDMI‑Typ‑A‑Port — ein Upgrade gegenüber dem Micro‑HDMI der Vorgängerin.

Verfügbarkeit und Bedeutung im Markt

Preislich positioniert Sigma die FP2 bei 2.199 Euro; der Verkaufsstart ist für den 11. November 2026 geplant. Auffällig bleibt Sigmas Entscheidung, weiterhin auf WLAN und Bluetooth zu verzichten — Konfigurationen lassen sich stattdessen per QR‑Code exportieren und importieren.

Das Modell richtet sich an Anwender:innen, die maximale Bildqualität in einem sehr kompakten Gehäuse suchen und zugleich professionelle Video‑Workflows benötigen. Ob die FP2 als echter Hybrid‑Kandidat wahrgenommen wird, hängt von Praxistests und der Bewertung durch Content‑Produzenten ab.

Sigma‑CEO Kazuto Yamaki hatte wiederholt angemerkt, dass das erste fp vor allem als Videokamera betrachtet wurde; die FP2 tritt nun bewusst als gleichwertiger Foto‑ und Videokompromiss an. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Balanceakt gelingt.

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