Käthe Buchler jetzt wiederentdeckt: Jubiläumsausstellung zeigt seltene Aufnahmen

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Zum 150. Geburtstag von Käthe Buchler stellt das Museum für Photographie Braunschweig ihr umfangreiches Œuvre neu zusammen und bringt aktuelle Forschungsergebnisse in die öffentliche Diskussion. Die Schau, die vom 3. Oktober bis 29. November 2026 läuft, verknüpft historische Fotografien mit zeitgenössischen Arbeiten und fragt nach Buchlers Bedeutung für die frühe Fotografiegeschichte.

Der Nachlass der Fotografin zählt zu den bedeutenden Beständen des Hauses: Glasnegative, frühe Farbfotografien, Alben und vintage Abzüge liefern einen dichten Blick auf Praxis und Alltag der Fotografie um 1900. Ein Großteil der Materialien wird als Depositum im Stadtarchiv Braunschweig verwahrt und bildet die Grundlage für neue Auslegungen ihres Werks.

Neue Perspektiven auf ein bekanntes Archiv

Die Ausstellung setzt Buchlers Aufnahmen bewusst in Beziehung zu Werken anderer Fotografen. Dadurch sollen nicht nur Bildtraditionen sichtbar werden, sondern auch Unterschiedlichkeiten in Blickwinkel, Technik und sozialer Verortung.

Historische Fotografien im Dialog mit zeitgenössischen Arbeiten in einer Ausstellung
Die Ausstellung stellt Buchlers Bilder bewusst neben Arbeiten anderer Fotografen.

Gezeigt werden neben historischen Aufnahmen von Käthe Buchler Arbeiten von Frank Dömer, Christian Retschlag und August Sander. Dieser Dialog öffnet Raum für Vergleiche zwischen dokumentarischer Praxis und künstlerischer Annäherung – eine Perspektive, die aktuelle Forschungsergebnisse stützt und erweitert.

Eine begleitende Publikation ist geplant; außerdem erscheinen Sondereditionen zum Ausstellungsanlass, die neue Kontexte und reproduzierte Motive zugänglich machen sollen.

Wesentliche Fakten auf einen Blick

  • Ausstellungszeitraum: 3. Oktober – 29. November 2026
  • Ort: Museum für Photographie Braunschweig
  • Bestandsumfang (Auszug): rund 1.000 Glasnegative, etwa 240 Autochrome, Diapositive, Fotoalben und vintage Abzüge
  • Weitere gezeigte Positionen: Frank Dömer, Christian Retschlag, August Sander
  • Publikation: geplant im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König

Die wissenschaftliche Aufarbeitung des Materials hat in den letzten Jahren zugenommen; die Ausstellung bündelt diese Erkenntnisse und macht sie für ein breites Publikum sichtbar. Für die Region bedeutet die Würdigung Buchlers zugleich eine Verstärkung des kulturellen Gedächtnisses.

Vitrine mit Glasnegativen und Beschilderung in einem Museum
Bestandsauszug: Glasnegative, Autochrome und vintage Abzüge werden gezeigt.

Begleitprogramm und öffentliche Termine

Parallel zur Ausstellung gibt es ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm: Kuratorinnenführungen, ein Geburtstagskonzert, Podiumsdiskussionen zur Professionalisierung von Fotografinnen sowie eine wissenschaftliche Tagung, die Aspekte aktueller Forschung versammelt.

  • 2. Oktober 2026: Einweihung des neuen Käthe-Buchler-Platz vor dem Museum
  • 3. Oktober 2026: Kuratorinnenführung mit der Museumsleitung
  • 11. Oktober 2026: Konzert zum 150. Geburtstag
  • 17. November 2026: Podiumsgespräch zur Professionalisierung von Fotografinnen
  • 19.–20. November 2026: Tagung an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
  • 26. November 2026: Gemeinsame Führungen mit Sammlungshighlights des Herzog Anton Ulrich-Museums

Ein begleitendes Bildungsprojekt zeigt außerdem, wie sich Themen wie Recycling und Upcycling in künstlerischen Arbeiten von Kindern und Jugendlichen spiegeln – ein Hinweis darauf, wie historisches Material in aktuellen Diskursen weiterwirkt.

Die Ausstellung ist deshalb mehr als eine Retrospektive: Sie ist ein Versuch, Buchlers fotografische Praxis in einen größeren kunst- und gesellschaftshistorischen Zusammenhang zu stellen und die lokale Erinnerungskultur zu stärken.

Abbildung: Käthe Buchler, Selbstporträt, um 1905

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