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Wer viel mit Kameraausrüstung unterwegs ist, steht oft vor denselben Fragen: Wie leicht muss das Stativ sein, damit es noch ins Handgepäck passt, und wie schnell lässt es sich im Feld aufbauen? Für mobile Interview-Teams kann die Wahl des Stativs den Unterschied zwischen pünktlichem Dreh und hektischem Improvisieren bedeuten.
Wir haben das neue, hydraulische SmallRig x Potato Jet Tribex auf Reisen und bei Interview-Sessions geprüft, um zu sehen, ob das Konzept von schneller Bedienung und geringem Gewicht im Alltag praktikabel ist.
Sofortiger Vorteil: Tempo beim Aufbau
Smartphone entsperren: diese schnellen Wege helfen bei vergessenem PIN oder Muster
Canon EOS R6 Mark III: 7K 50p RAW, 33 MP und Canon Log 2 rücken Profi-Video in Reichweite
Der auffälligste Pluspunkt des Tribex ist die Geschwindigkeit: Ein einziger Hebel genügt, und die Beine fahren zügig in Position. Für Redakteure und Crews, die am Tag mehrere Einstellungen oder Gesprächspartner haben, ist dieser Zeitgewinn spürbar.
Im laufenden Betrieb reagiert das System zuverlässig — man zieht die gewünschte Höhe, löst den Lock-Hebel und wartet kurz, bis die Arretierung greift. Wer häufig zwischen Locations wechselt, schätzt diesen direkten Umgang.
Leveln ohne Halb‑Schale: ungewohnter Arbeitsfluss
Anders als viele klassische Video‑Stative bietet das Tribex keine integrierte Halbschalennivellierung. Stattdessen justiert man die Ausrichtung über die Beinlängen des gesamten Stativs. Das funktioniert mit etwas Übung schnell, fühlt sich aber weniger komfortabel an als das Leveln über eine Halbschale, weil das Kameragewicht während der Justage aktiv gehalten werden muss.
Praktisch: Zwei integrierte Libellen helfen beim Ausrichten, sind aber schlecht ablesbar bei flachem Blickwinkel. Eine Halbschalenversion oder ein zusätzlicher Nivellieradapter würden die Handhabung deutlich entspannen.
Kopf und Dämpfung: gemischte Eindrücke
Der mitgelieferte Videokopf ist ein Flachbodendesign mit Sideloader‑Konstruktion und einer gerasterten Counterbalance — ein seltener Pluspunkt in dieser Preisklasse. SmallRig gibt eine Traglast von bis zu 6 kg an; unsere Praxis zeigt jedoch, dass sich flüssiges Arbeiten eher bei etwa 3 kg Systemgewicht präsentiert. Bei 4 kg ist noch Bewegung möglich, dann muss der Kopf aktiv stabilisiert werden.
Die vertikale Dämpfung fällt relativ schwach aus und ist nicht gerastert; horizontale Schwenks gelingen ruhiger, hier arbeitet die Dämpfung überzeugender.
- Gewicht (Stativ ohne Kopf): ca. 2,4 kg
- Max. Höhe (ohne Mittelsäule): ~138 cm
- Max. Höhe (mit Mittelsäule): ~170 cm (empfohlen nur teilweise ausziehen)
- Empfohlene Systemlast für komfortables Arbeiten: ~3 kg (bis 4 kg möglich)
- Kit‑Preis (Stand Test): rund 889 € (Stativ allein ~566 €)
Steifigkeit, Flex und Alltagstauglichkeit
Bei seitlicher Torsion zeigt das Tribex mehr Verwindung als manch leichter Carbon‑Konkurrent. Im Vergleich wirkt ein Sachtler Speedlock 75CF deutlich torsionssteifer. Auch bei sehr geringer Höhe (rund 30 cm) oder mit durchgezogener Mittelsäule federt das Stativ spürbar — das schränkt die Stabilität in bestimmten Einsatzszenarien ein.
Die Schnelllade‑Mechanik der Kopfplatte ist grundsätzlich angenehm (Sideloader), allerdings gibt der Verriegelungsmechanismus kaum akustisches Feedback; wir haben deshalb häufig leicht an der Kamera geruckelt, um die korrekte Einrastung zu prüfen. Für sehr schnelle Wechsel wäre ein markanterer Klick oder eine Anzeigenlösung wünschenswert.
Für wen ist das Tribex geeignet?
Das Tribex ist ein gutes Werkzeug für Filmer, die viel unterwegs sind und ein sehr schnelles Auf- und Abbauverhalten benötigen. Sein geringes Gewicht und das innovative Hydraulikprinzip sind echte Vorteile für Reisen und Reportageeinsätze mit mittleren DSLM‑Setups.
Wer jedoch maximale Stabilität, geringste Verwindung oder sehr schwere Kamerapakete (mehrere Kilogramm über 4 kg) nutzen will, findet für den gleichen Preis oder ähnlich viel Geld Alternativen, die leichter oder steifer sind — gegebenenfalls in Kombination mit einem hochwertigeren Videokopf.
Kurzbewertung und Fazit
- Pluspunkte: extrem schneller Aufbau, geringes Gewicht, gerasterte Counterbalance am Kopf
- Minuspunkte: kein Halbschalensystem, spürbare Torsionsflex, schwächere vertikale Dämpfung, unscharfes Verriegelungsfeedback
- Fazit: Innovatives Konzept, das Reise‑ und Interviewarbeiten erleichtert. Für höchste Anforderungen an Stabilität oder für schwere Setups ist das Tribex jedoch nicht die erste Wahl.
Das Tribex zeigt, dass in einem sonst stabilen Markt für Stative noch Platz für ungewöhnliche Ansätze ist. Für viele mobile Produktionen dürfte der Zeitgewinn beim Aufstellen und das geringe Gewicht allerdings ausreichen, um den Kompromiss bei Steifigkeit zu akzeptieren — trotzdem bleiben wir auf der Suche nach dem idealen Reise‑Video‑Stativ.










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