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Nikon hat sein Z-System um ein ungewöhnlich leichtes Standardzoom erweitert: Das neue 24–105 mm f/4–7,1 wiegt nur rund 350 Gramm und zielt klar auf Reisefotografen und alle, die unterwegs mit minimalem Gepäck fotografieren wollen. Entscheidend ist: Wer Gewicht spart, muss an einigen Stellen Abstriche akzeptieren — das betrifft Lichtstärke, Stabilisierung und Anschlusstechnik.
Alltagstaugliches Reisezoom
Auf den ersten Blick bietet das Objektiv eine praktische Brennweitenabdeckung von Weitwinkel bis mittleres Tele, die viele Situationen des Alltags abdeckt. 24 mm eignen sich für Landschaft und Architektur, mittlere Brennweiten für Reportage- und Street-Aufnahmen, und 105 mm reichen für freigestellte Porträts.
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Mit nur etwa 350 g ist das Glas deutlich leichter als die etablierten Alternativen im Nikon-Sortiment und liegt in Kombination mit einer spiegellosen Vollformatkamera wie der Z6 II gut ausbalanciert in der Hand. Für Fototouren zu Fuß oder als leichtes Zweitobjektiv ist das ein klarer Vorteil.
APS-C-Nutzer
Auch an Z-Kameras mit APS-C-Sensor funktioniert das Zoom: Durch den Crop-Faktor von 1,5 ergibt sich ein effektiver Brennweitenbereich von etwa 36–157,5 mm, was Reportage- und Teleaufgaben erleichtert.
Stärken im Nahbereich
Eine unerwartet starke Seite des 24–105 mm ist seine Nahaufnahmefähigkeit. Im Bereich 70–105 mm erreicht das Objektiv einen maximalen Abbildungsmaßstab von etwa 1:2 und erlaubt Nahaufnahmen schon ab rund 20–28 Zentimetern (gemessen an der Sensorebene). Das macht das Zoom praktisch für Detailaufnahmen von Speisen, Texturen oder kleinen Objekten, ohne ein dediziertes Makroobjektiv mitschleppen zu müssen.
Autofokus, Schärfe und Bildqualität
Nikon setzt einen STM‑Schrittmotor ein; im Alltag arbeitet der AF schnell und leise. In Kombination mit einer Z6 II waren sowohl ruhende Motive als auch lebendige Straßenszenen zuverlässig scharf. Messungen bestätigen eine hohe Treffergenauigkeit über den Zoombereich.
In der Labormessung zeigte das Objektiv bei 24 mm und offener Blende im Zentrum sehr hohe Auflösungswerte, die Ecken folgen mit einem deutlichen, aber erwartbaren Rückgang. Abblenden verbessert die Gesamtleistung nur moderat; bei konstanter Lichtstärke wie beim 24–120 mm f/4 S wäre die Konsistenz über den Bereich allerdings besser.
Kompakte Bauweise – mit Nebenwirkungen
Das geringe Gewicht geht nicht ohne Konsequenzen: Die maximale Lichtstärke fällt mit f/4–7,1 sehr variabel aus und schwächt sich beim Zoomen deutlich ab. Bei schwächerem Licht steigt deshalb schnell die notwendige ISO‑Empfindlichkeit, wenn kurze Belichtungszeiten erhalten bleiben sollen.
Außerdem fehlt dem Objektiv eine eigene optische Stabilisierung. An Kameras mit In‑Body‑Stabilisierung (IBIS) lässt sich dieser Nachteil weitgehend ausgleichen; an nicht stabilisierten Gehäusen sollten Fotografen besonders im Telebereich auf ausreichend kurze Verschlusszeiten achten.
Weitere Sparmaßnahmen betreffen die Ausstattung: Das Bajonett besteht aus Kunststoff und ein deutlicher Dichtungsring ist nicht vorhanden. Auch eine Gegenlichtblende liegt nicht bei und muss bei Bedarf separat erworben werden. Der schmale Einstellring lässt sich zwar über das Kameramenü umbelegen, echte Zusatzknöpfe fehlen aber.
Labor- und Praxiseindrücke
Im Testlabor erzielte das Objektiv bei 24 mm und f/4 im Bildzentrum sehr gute Auflösungswerte; die Bildränder fallen klar ab, aber Verzeichnung und chromatische Aberration bleiben insgesamt gering. Vignettierung zeigt sich besonders bei Offenblende, lässt sich jedoch teils durch Abblenden reduzieren.
| Wesentliche technische Daten | |
|---|---|
| Mount / Sensorformat | Nikon Z / Vollformat (KB) |
| Brennweite | 24–105 mm (entsprechend 36–157,5 mm an APS‑C) |
| Max. Blendenbereich | f/4 (Weitwinkel) bis f/7,1 (Tele) |
| Naheinstellgrenze | ab ~0,20 m (bei 70 mm) bzw. ~0,28 m (bei 105 mm) |
| Abbildungsmaßstab | bis ca. 1:2 im Nahbereich |
| Optischer Aufbau | 12 Elemente in 10 Gruppen |
| Blendenlamellen | 7 |
| Filterdurchmesser | 67 mm |
| Gewicht / Maße | ca. 350 g / 74 × 107 mm |
| Autofokus | STM (leise, präzise) |
| Bildstabilisierung | keine optische Stabilisierung (abhängig von IBIS) |
| Lieferumfang | ohne Gegenlichtblende |
| Preisempfehlung | rund 530 Euro |
Plus und Minus – auf einen Blick
- Vorteile:
- sehr kompakt und leicht
- gute Nahbereichsfähigkeit (bis 1:2)
- ruhiger, treffsicherer Autofokus
- geringe Verzeichnung und Farbsäume
- Nachteile:
- variable, eher geringe Lichtstärke
- kein optischer Bildstabilisator
- Kunststoffbajonett ohne erkennbaren Dichtungsring
- einfache Ausstattung (keine Fn‑Tasten, keine Gegenlichtblende im Lieferumfang)
Fazit
Das Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 ist eine klare Option für Fotografen, die unterwegs jedes Gramm zählen: Es liefert eine flexible Brennweitenspanne, überraschend gute Nahaufnahmen und insgesamt solide Bildqualität in einem sehr kompakten Paket. Wer jedoch bei wenig Licht oder in anspruchsvoller Umgebung regelmäßig hohe Ansprüche stellt, wird die fehlende Stabilisierung, die variable Lichtstärke und die eher einfache Verarbeitung als Einschränkung empfinden. Für Anwender, die mehr Reichweite und integrierte Stabilisierung suchen, bleibt das 24–200 mm VR die geeignetere Alternative.












