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Auf dem Gelände des UNESCO-Welterbe Zollverein zeigt eine Gruppenausstellung studentischer Arbeiten, wie Industriegeschichte im Alltag weiterwirkt: Die 13 Studierenden der Folkwang Universität der Künste haben den ehemaligen Stahlstandort Duisburg‑Rheinhausen fotografisch und multimedial untersucht. Die Schau verknüpft lokale Erinnerung, Archivfunde und aktuelle Stadtraumveränderungen – und macht damit sichtbar, warum der industrielle Wandel auch heute noch relevant ist.
Studentische Forschung trifft Ausstellungsraum
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Unter der Leitung von Prof. Elke Seeger entstanden über mehr als zwölf Monate Arbeiten, die verschiedene Spuren der Vergangenheit kartieren: Bauten, Geschichten von Anwohnerinnen und Anwohnern, historische Dokumente und Filmmaterial fließen in die Projekte ein.

Die Präsentation konzentriert sich auf fotografische Arbeiten, wird aber von Film-, Video- und Audioelementen sowie Installationen und Found Footage ergänzt. Gezeigt werden die Arbeiten auf der Trichterebene der Mischanlage der Kokerei – ein Ort, der selbst Teil der Industriegeschichte ist und in die Inszenierung eingebunden wird.
Was die Bilder fragen
Die gezeigten Arbeiten stellen keine einfachen Chroniken her, sondern loten aus, wie vergangene Wirtschaftsstrukturen das Stadtbild und soziale Gefüge prägen. Manche Projekte dokumentieren sichtbare Überreste, andere stellen Begegnungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in den Mittelpunkt.
Dabei treten auch Vergleiche mit dem Bergbau in den Vordergrund: Während das Steinkohlenbergwerk auf Zollverein bereits vielfach künstlerisch reflektiert wurde, rückt die Ausstellung nun einen weiteren Industriezweig des Ruhrgebiets in den Fokus.
Medienmix und räumliche Einbindung
Fotografie bleibt der Schwerpunkt, doch die Vielfalt der Formate ermöglicht unterschiedliche Zugänge zur Geschichte: bewegte Bilder schaffen Atmosphären, Tonaufnahmen geben Stimmen Raum, Installationen verwandeln den Ausstellungsort selbst in ein Erinnerungsstück.

Die Entscheidung, die Arbeiten in der Mischanlage der Kokerei zu zeigen, ist programmatisch: Der rohe, industrielle Charakter des Ortes liefert einen Rahmen, der die Motive verstärkt und zugleich zur Reflexion über Kontinuität und Wandel einlädt.
Begleitprogramm und Termine
Ein Filmabend ergänzt die Ausstellung: Am 18. August 2026 um 18 Uhr werden Dokumentarfilme über Duisburg‑Rheinhausen gezeigt. Eine Einführung halten Prof. Heinrich Theodor Grütter und Paul Hofmann, Leiter der Kinemathek im Ruhrgebiet.
- Ort: Trichterebene, Mischanlage der Kokerei, UNESCO‑Welterbe Zollverein, Essen
- Laufzeit: 19. Juli bis 30. August 2026
- Öffnungszeiten: Freitag 14–20 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertage 12–18 Uhr
- Eintritt: frei
Wer beteiligt ist und wer fördert
Die Ausstellung „wir standen auf einer Anhöhe“ versammelt Arbeiten von Lena Blaschta, Kaspar Flesch, Jasper Gartmann, Alegria Diaz Gayoso, Piet Melchior Hesselmann, Marla Koether, Cora Liebscher, Luis Anton Lucyga, Lennart Pimpl, Frederik Metzger, Marcia Rottler, Anton Siemann und Ludwig Wang.
Das Projekt läuft im Rahmen von Blickfeld Zollverein und wird unterstützt von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e. V. sowie der RAG‑Stiftung. Kooperationspartner sind die Stiftung Zollverein und das Ruhr Museum. Archivmaterial und Zeitzeugenbeiträge lieferten unter anderem das Freie Archiv der Hütten‑ und Bergwerke Rheinhausen e. V., das Historische Archiv Krupp und die Hüttenwerke Krupp Mannesmann.
Die Schau zielt darauf ab, lokale Erinnerungskulturen sichtbar zu machen und die offene Frage zu stellen, wie industrielle Vergangenheit in der Gegenwart weiterwirkt. Für Besucherinnen und Besucher bietet sie nicht nur Bilder, sondern eine verdichtete Auseinandersetzung mit Wandel, Erinnerung und räumlicher Identität.












